Neckarau: Verkehrsforum weist auf neuen Haltepunkt
"Mannheim Arena-Maimarkt" hin / Auch billiger, da weniger Waben
durchfahren werden
Über neue S-Bahn-Station
schneller nach Heidelberg
Seit Dezember ist die neue S-Bahn-Station
"Mannheim Arena/Maimarkt" in Betrieb und ersetzt den bisherigen
Haltepunkt "Rangierbahnhof". Damit eröffnen sich auch neue
Möglichkeiten für die Neckrauer, auf die das Verkehrsforum hinweist. Der neue
Haltepunkt biete eine bequemere Verbindung Richtung Heidelberg. Die RNV-Buslinie
50 weise jetzt kurze Umsteigewege zur S-Bahn auf. Je Richtung verkehren die
S-Bahnen werktags in der Regel dreimal und sonntags zweimal pro Stunde, der
50er Bus ist Montag bis Freitag im 20-Minuten-Takt unterwegs und am Wochenende
jede halbe Stunde.
Aus Neckarau
könne der Heidelberger Hauptbahnhof so in rund 30 Minuten erreicht werden.
Tariflich sei der Weg über Mannheim Arena/Maimarkt anstelle über den Mannheimer
Hauptbahnhof deshalb interessant, da so nach Heidelberg nur drei Waben
durchfahren werden. Nach den neuen VRN-Tarifen 2012 liegt der Enzelfahrschein
bei 3,60 Euro, mit Ticket 24 plus fahren aber bis zu fünf Personen für 24
Stunden oder das ganze Wochenende für nur 9,60 Euro.
Einen
Wermutstropfen sieht Verkehrsforum-Mitglied Dr. Gerd Hüttmann in der Notwendigkeit
eines Umweges bis Februar 2012 für Fußgänger und Radfahrer aus Richtung
Neckarau/Mallau. Bei der Stadt hat er erfahren, dass mit Inbetriebnahme der
neuen S-Bahn-Station die Treppenabgänge von der Überführung zu den alten
Bahnsteigen gesperrt würden. Dadurch ergebe sich ein Umweg für Fußgänger und
Radfahrer zum S-Bahnhof von rund 800 Metern, rechnet Hüttmann vor.
"Es ist
bedauerlich, dass die Errichtung des neuen, vom Verkehrsforum geforderten
Abgangs erst nach der Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes erfolgen kann und
dabei den bisherigen Weg verstellt, den zeitlich beschränkten Umweg halten wir
für Radfahrende für akzeptabel", erklärt Dr. Hüttmann. Eine Rampe sei von
der Bahn aufgrund des hohen Aufwandes abgelehnt worden. Das Verkehrsforum regte
die Platzvorhaltung für einen späteren Aufzug an. zg
Mannheimer
Morgen
25. Januar 2012
Neckarau: Jury verteilt ausnahmsweise Preise an alle Teilnehmer
Zaunwettbewerb fördert Attraktivität des Aufeldes
Üblicherweise trennen Zäune Bereiche voneinander ab, teilen in
"innen" und "außen", schützen das Innenliegende. Je höher und massiver
sie sind, desto mehr schließen sie Andere aus, wirken manchmal gar wie
Barrikaden oder Burgeinfriedungen. Zäune können aber auch Einblicke
ermöglichen. Im Neckarauer Aufeld sind viele Zäune auch dazu da, den
Spaziergängern den interessierten Blick in die Gärten zu ermöglichen. Je
durchlässiger so ein Zaun ist, desto abwechslungsreicher und grüner
wird der Sonntagsspaziergang für die Besucher.
Initiiert von Aufeld-Kümmerer Torsten Kliesch, wurde im Frühjahr
dieses Jahres ein Zaunwettbewerb ausgeschrieben. Ziel war es, die
Attraktivität des Aufelds auch für Nicht-Gartenbesitzer zu erhöhen und
einen Anreiz zu schaffen für "freundlichere, weniger blickdichte oder
auch ökologisch sinnvollere Einfriedungen". Eine Gartenbegrenzung muss
schließlich nicht immer nur aus Holzbrettern oder Metall bestehen.
Ausdrücklich wurde in der Ausschreibung auf Alternativen hingewiesen:
"So bietet eine Hecke aus heimischen Sträuchern möglichst in
verschiedenen Wuchshöhen Lebensraum für zahlreiche Insekten, Vögel und
Igel."
„Zwei Stunden Rasenmähen ist wie zweiWochen
Urlaub“: Regina Baro.
Insgesamt acht Garten- und dadurch natürlich auch Zaunbesitzer nahmen
am Wettbewerb teil. Und alle acht beeindruckten die Jury, bestehend aus
Vertretern aus Politik, Verwaltung und Ehrenamtlichen. Das Gremium kam
deshalb zu dem Entschluss, in diesem Jahr alle Bewerber zu prämieren.
Die Gewinner erhielten Preise zwischen 150 und 250 Euro, die der
Neckarauer Bezirksbeirat zur Verfügung stellte.
Es müssen
nicht immer Gartenzwerge sein, auch eine Hexe kann einen Garten„beleben“.
Im Aufeld begrüßen
allerlei Kobolde den Spaziergänger.
Stadträtin Gabriele Thirion-Brenneisen würdigte die gelungene
Zaungestaltung und überreichte die Auszeichnungen am "Tag des offenen
Gartens" im Aufeld. Die drei ersten Preise erhielten Elke und Günther
Stöckl, Regina Baro und die Sängerhalle Germania/ Verein Sturmvögel. Die
zweiten Preise gingen an Ernst Kausmann, Oliver Stadter, Matthias Heim
und Familie Raab. Einen Sonderpreis erhielt Thomas Weiß für seinen
besonders niedrigen Zaun. Für nächstes Jahr ist ein erneuter
Zaunwettbewerb geplant.
Wer sich vorbereiten will: Der BUND Mannheim/Umweltforum bietet am 23. Oktober einen Workshop zur Zaungestaltung an. tia
Mannheimer Morgen
30. September 2011
Neckarau: Günter Stöckl, Regina Baro und Verein Germania/Sturmvogel ernten Preise beim Zaunwettbewerb
Jury lobt freien Blick in private Gärten
Von unserer Mitarbeiterin Sabine Tahi
Sie erinnern an langhalsige Giraffen, wie sie so mit hoch erhobenem
Haupt langbeinig durch das Grün staksen. Doch außer der auffälligen
Körperhaltung haben sie wenig mit dem gelb-gemusterten Steppentier
gemein. Bei einem Gewicht bis zu zwei Kilogramm sind sie, im Vergleich,
eher Leichtgewichte. Zwar brauchen auch sie Auslauf und Bewegung, doch
ihre Nahrung ist nicht vegetarisch. Sie wollen Fleisch. Bevorzugte
Spezialität: Glibberige Schnecken und Schneckeneier. Der Name: Indische
Laufente. Wohnort: Im Aufeldweg IV.
Seit 1997 sind die laufenden Langhälse heimisch bei Familie Stöckl.
Zur Zeit acht Exemplare leben in dem großzügigen Garten; der älteste
Erpel ist elf Jahre alt. "Die Spaziergänger kennen die Enten praktisch
persönlich. Da stehen oft Oma, Opa und Enkel am Zaun. Die wissen sogar
immer, wenn wir Nachwuchs hatten, welche der Laufenten wir weggegeben
haben und welche noch da sind", erzählt Familienvater Günther Stöckl.
Außen am großmaschigen Drahtzaun hat die Familie eine Infotafel
angebracht, auf der sie über die Besonderheiten der Laufenten
informiert. Einen der drei ersten Preise des Zaunwettbewerbs bekamen die
Stöckls verliehen. Grund: Ein Zaun, "durch den man drüber und durch
gucken kann, Einblick in den Garten erhält und Teich, Bachlauf und die
Laufenten sehen kann. Eine kleine Infotafel, die beschreibt, was die
Enten sind und was sie tun. "Das ist eine Interaktion mit dem Gebiet,
die auszeichnungswürdig ist", begründet Stadträtin Gabriele
Thirion-Brenneisen die Entscheidung der Jury.
Im Aufeldweg II steht ebenfalls eine Infotafel. Der Glaskasten ist
liebevoll mit Fotos und handschriftlichen Texten über das Aufeld
bestückt. Daneben, an einer alten Holzpforte, ein eingeschweißtes Schild
mit dem Text: "Hier beginnt der Magische Garten von Ragna und Regina!"
Und wirklich, dieser Garten hat etwas Verwunschenes: Viel wucherndes
Grün, rankender Efeu, Fallobst auf der Erde. Muscheln, leere
Schneckenhäuser und kleine Ziergegenstände sind spielerisch auf
Mäuerchen aufgereiht. Eine Katze aus Ton späht zwischen Grashalmen
hindurch. Von einem Baum aus wacht eine kleine Hexe mit frechem Grinsen
über den Garten.
Zum Glück gewährt Familie Stöckl einen freien Blick
in ihren Garten im Aufeld. Spaziergänger bleiben gern stehen und bewundern die exotischen Schönheiten: Indische Laufenten.
Regina Baro liebt dieses zum Teil naturbelassene Gartengrundstück
sehr, um das sie sich zusammen mit Freundin Ragna kümmert. "Das ist mein
Rückzugsort. Für mich ist dieser Garten magisch. Bin ich hier, fängt
für mich so was wie Urlaub an. Zwei Stunden Rasenmähen ist
gleichbedeutend wie zwei Wochen Urlaub. Man kriegt den Kopf frei und
kann entspannen," schwärmt Regina Baro. Für ihre Infotafel über das
Aufeld, den Holzzaun mit rankendem Efeu, der Bienen Nahrung bietet, den
Metallzaun, der Einblicke ermöglicht, erhält das Freundinnen-Team
ebenfalls einen ersten Preis.
Den dritten ersten Preis bei dem Zaunwettbewerb nahm Wolfram Arnold
für die Sängerhalle Germania/Verein Sturmvogel in Empfang. Auf das
Besondere an diesem Garten weist Aufeld-Kümmerer Torsten Kliesch hin:
"Es gibt keinen richtigen Zaun, der Garten ist einfach offen und von
beiden Seiten einsehbar. Er ist mit unterschiedlich hohen Hecken
ausgestattet, und eine Infotafel informiert über die Streuobstwiesen."
So gut klappt die Nachbarschaft zu den angrenzenden Grundstücken, dass
man zwar weiß, wo die Grenzen verlaufen, aber keine sichtbare Begrenzung
notwendig ist. Mehrmals im Jahr nutzt der Verein seinen großen Garten
sogar für Freiluft-Singstunden.
Mannheimer Morgen
30. September 2011
Neckarau: Lokale Agenda, Naturschutzvereine und Aufeldkümmerer geben Informationen rund um die grüne Oase
Aufeld zeigt sich Besuchern von seiner schönster Seite
Über dem Festplatz "Niederbrückl" hingen regenschwere Wolken, es war
windig. In eine Ecke des Platzes gedrängt, einige wenige
Informationsstände. Doch geboten wurde trotzdem einiges. Am Stand des
BUND Mannheim konnten die Besucher bei Gabriele Baier etwas über
Naturnahes Gärtnern erfahren. Der NABU Mannheim informierte über
ornithologische Themen. Rosie Krämer unterstrich die besondere Bedeutung
des Aufeldes, das "inmitten der Stadt eine Oase für die ganzen
Gartenvögel" sei.
Naturschutzwart Wolfgang Dreyer wies darauf hin, dass das Virus, das
aktuell Amseln befällt, nicht über Futterstellen oder Vogeltränken
übertragen wird, sondern ausschließlich über Stechmücken. Gartenbesitzer
können also unbesorgt sein und weiterhin allen Vögeln diese
Nahrungsquellen zur Verfügung stellen.
Kindern bot die Veranstaltung verschiedene Mal- und Bastelaktionen.
Das Verkehrsforum Neckarau und die Lokale Agenda 21 erläuterten ihre
aktuellen Projekte. Nach der Prämierung der besten beziehungsweise
naturnahesten Zäune im Aufeld durch Stadträtin Gabriele
Thirion-Brenneisen gab es so einige Leckerbissen fernab vom Festplatz.
Viele Gartenbesitzer hatten an diesem Tag ihre Gärten geöffnet und
luden die Besucher zu einer Besichtigung ein. Mancherorts wurde intensiv
über Anpflanzungen gefachsimpelt, Tipps gegeben oder ob der Größe der
Gärten gestaunt. Doch nicht nur naturnahe Gärten waren an diesem Sonntag
"zum Greifen nah": auch der nahe Kontakt zu Schafen, Pferden, Eseln,
Hühnern und Tauben war geboten.
Wer nicht allein durch die Gärten der Aufeldwege II und III spazieren
wollte, konnte sich Altstadtrat Helmut Wetzel und Aufeldkümmerer
Torsten Kliesch anschließen. Die beiden boten eine informative
geschichtlich-naturkundliche Wanderung an. Für müde Wanderer gab es im
Übrigen die Möglichkeit, sich beim Umweltschutzverein Ökostadt
Rhein-Neckar ein Elektrorad auszuleihen, oder an einer Kutschfahrt
teilzunehmen.
Organisiert wurde das Fest von der Lokalen Agenda 21
Mannheim-Neckarau und vom Aufeldkümmerer Torsten Kliesch. Dieser ist von
der Stadt beauftragt und kümmert sich seit März 2010 einige Stunden die
Woche um die grüne Oase in Neckarau. Diplom-Ökonom Kliesch freut sich
über die gelungene Veranstaltung: "Meine persönlichen Highlights waren
die Gartenidylle bei der Familie Raab mit ihren Schafen und Hühnern
sowie die Kutschfahrten durch das Aufeld, die Heinz Scheidel ermöglicht
hat. Gefreut hat mich das Interesse der Besucher an den
Umweltschutzvereinen".
(Bericht über den Zaunwettbewerb folgt.)
Mannheimer Morgen
28. September 2011
Neckarau: "Tag des offenen Gartens" mit Informationen
Infos rund ums Aufeld
Die Lokale Agenda 21 Mannheim-Neckarau und der von der Stadt Mannheim
beauftragte Aufeld-Kümmerer Torsten Kliesch laden am Sonntag, 18.
September, von 14 bis 17 Uhr, zum Tag des offenen Gartens im Aufeld ein.
Die Besucher können einige Gärten der Aufeldwege II und III besichtigen
und die schöne Natur hinter den Gartenzäunen und -pforten entdecken.
Kinder können Schafe streicheln, die Tauben- und Kleintierzucht kennen
lernen, einen naturnahen Garten erkunden, sich Pferden nähern oder über
eine Streuobstwiese spazieren. Der Nachmittag wird durch ein
umfangreiches Programm für Jung und Alt abgerundet.
Die Programmpunkte im Einzelnen: Um 14 Uhr wird die Veranstaltung auf
dem Festplatz "Niederbrückl" eröffnet; um 14.30 Uhr verleiht Stadträtin
Gabriele Thirion-Brenneisen Preise des Zaunwettbewerbs im Aufeld; um
15.30 Uhr folgt eine Wanderung durch die Geschichte des Aufelds mit
Altstadtrat Helmut Wetzel und Aufeld-Kümmerer Torsten Kliesch
(Treffpunkt vor dem Kleintierzüchterverein 1902 e.V., Marguerrestr. 15).
Von 14 bis 17 Uhr erhalten die Besucher an den Infoständen der
Lokalen Agenda 21 Mannheim-Neckarau und des Aufeld-Kümmerers auf dem
Festplatz "Niederbrückl" Tipps rund um die natürliche Gartenpflege.
Kinder können am Stand des NABU Mannheim Insektenhotels basteln und
Tiere des Aufelds malen. Angeboten wwerden zudem eine Aufeld-Rallye für
Kinder und Erwachsene sowie Kuchen und Getränke vom Café-Restaurant
Talhaus. Für Gartenbesitzer des Aufelds ist ein weiterer Tisch
eingerichtet, an dem sie überschüssiges Obst, Gemüse oder aus ihren
Gartenfrüchten selbst gemachte Marmeladen an Neckarauer Bürger verkaufen
können. red
Mannheimer Morgen
16. September 2011
Neckarau: Lokale Agenda überreicht Preise für Quiz
Klimaschonend unterwegs
"Ich fahre klimaschonend zum Einkaufen", steht deutlich sichtbar auf
einer kleinen Tafel, fest angeschraubt auf dem Fahrradkorb. 30 Stück
verteilte die Neckarauer Lokale Agenda 21 an die Gewinner des Quiz, mit
dem die engagierten Umweltschützer auf der Leistungsschau der
Gemeinschaft der Selbstständigen in der Rheingoldhalle auftraten.
Rund 70 Besucher hatten die gestellten Fragen beantwortet. Fast alle
wussten, wie man durch Neckarau am besten mit dem Fahrrad fährt oder was
CarSharing ist. Am Ende musste das Los über die Gewinner entscheiden.
Der erste Preis fiel auf den pensionierten Polizeibeamten Hans-Peter
Keller. Das neu eröffnete Geschäft "Grüne Wiese Naturkost" in der
Friedrichstraße 31 füllte seinen Korb reichlich mit Lebensmitteln,
allesamt biologische Produkte aus den Regalen des Ladens. Überreicht
hatten die Preise Anita Hirsch-Sanden und Rolf Weber von der Lokalen
Agenda 21. jan
Mannheimer Morgen
06. Oktober 2010
Nach Eppingen mit dem Verkehrsforum
Zum Sonntagsausflug nach Eppingen lädt das Verkehrsforum Neckarau ein.
Treffpunkt
für die Abfahrt ist am Sonntag, 13. Juni, 10.30 Uhr, an der
Stadtbahn-Haltestelle Neckarau-West. Wer am Hauptbahnhof dazustoßen
will, kann dies um 11 Uhr auf Gleis 10 tun. Von dort geht es mit der
S-Bahn nach Heidelberg und weiter nach Eppingen. Die Stadt ist reich an
Sehenswürdigkeiten, darunter der Fachwerkpfad. An neun Stationen sind
Elemente aus dem Fachwerkbau dargestellt sowie Funktionen und
technische Feinheiten der Elemente erklärt. Das Wahrzeichen der Stadt,
der Pfeifferturm aus dem 13. Jahrhundert, ist eine weitere
Sehenswürdigkeit. Nach einer gemütlichen Besichtigungstour durch die
Stadt und Gelegenheit zum Einkehren geht es gegen 17 Uhr wieder zurück
nach Mannheim.
Für die Fahrt mit den Öffentlichen
Verkehrsmitteln können Kosten in Höhe von bis zu 2,70 Euro entstehen.
Sonst ist die Tour kostenlos. Eine Anmeldung ist erwünscht, aber nicht
zwingend notwendig. Sie kann telefonisch unter Tel. 0621/54 05 03 37
oder per E-Mail an verkehrsforum-neckarau@web.de vorgenommen werden. red
Mannheimer Morgen
09. Juni 2010
Neckarau Almenhof Nachrichten vom 19.02.2010
Situation für Fußgänger und Radfahrer am Marktplatz verbessert
Komfortabler und sicherer sind jetzt Fußgänger und Radfahrer am Marktplatz unterwegs.
Auf Anregung des Verkehrsforums Neckarau und mit Unterstützung des Bezirksbeirates
wurden von der Stadt vor dem Drogeriemarkt in der Friedrichstraße die Bordsteine
abgesenkt und Fahrradständer aufgestellt.
Damit wird an dieser Stelle, an der jetzt auch nicht mehr geparkt werden darf, die
Überquerung der Straße durch Fußgänger sicherer und komfortabler.
Auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen kommen an dieser Stelle besser über die Straße,
denn durch die Bordsteinabsenkung entfällt die Überwindung der Kante.
Das ermöglicht auch Rollstuhlfahrern die Querung der Straße an dieser Stelle.
Auch die Zugänglichkeit des Marktplatzes wurde damit verbessert.
Das Aufstellen der vier Fahrradbügel bringt mehr Ordnung.
Räder können von ihren Besitzern jetzt an den Bügeln angeschlossen werden und müssen
nicht mehr neben halb auf dem Gehweg parkenden Autos abgestellt werden.
Damit gibt es mehr Platz für die Fußgänger.
Ein positiver Nebeneffekt der Fahrradständer ist, dass querende Fußgänger von Autofahrern
besser wahrgenommen werden und nicht mehr unerwartet zwischen zwei parkenden Autos auftauchen.
Auch die Autofahrer profitieren von der Maßnahme.
Auf der Fahrbahn wurde ein Parkstreifen eingezeichnet, der die Parkfläche deutlich markiert.
Die Aktiven des Verkehrsforums freuen sich über die Verbesserung.
Der Sprecher des Forums, Markus Rebmann, bedankte sich für die Unterstützung durch den Bezirksbeirat
und die unbürokratische Umsetzung durch die Stadtverwaltung.
In seinem Dank hebt das Verkehrsforum insbesondere Bezirksbeirätin Brigitte Müller-Steim hervor, die sich
nicht nur an dieser Stelle für die Belange der Fußgänger im Vorort einsetzt. pm/red
Die Fahrradständer vor dem Drogeriemarkt in der Friedrichstraße werden rege genutzt. Foto: Hüttmann
Mannheimer Morgen, 21.11.2008
Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny
Neckarau: Seit fünf Jahren engagieren sich Bewohner für einen Umweltverbund
Verkehrsforum setzt sich intensiv für Kompaktbahnhof ein
Erst fünf Jahre alt ist das Neckarauer Verkehrsforum, und doch kann
es auf eine beachtliche Bilanz zurückblicken: Verbesserungen für
Fußgänger und Radfahrer, Informationen für Rad- und Autofahrer,
Aktionen mit Schulen, Beteiligung am Verkehrsentwicklungsplan - bei der
jüngsten Zusammenkunft im Volkshaus Neckarau listete Markus Rebmann,
Sprecher des Forums, zahlreiche Aktivitäten auf.
Das Engagement und den Sachverstand der Bürger vor Ort schätzt auch
die Stadtverwaltung. Fast jedes Jahr würdigt sie die Arbeit des Forums
mit einem Preis. Nun hoffen die Aktiven, dass sie auch mit ihrer Idee
eines Kompaktbahnhofs in Neckarau Gehör finden.
"Der Anlass zur Bildung des Verkehrsforums war der
Verkehrsentwicklungsplan für Neckarau", erinnert sich Rebemann. Die
Verwaltung war an der Meinung der Bewohner im Stadtteil interessiert.
Und so bildeten Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs
(ADFC), der Verkehrsclubs Deutschland, der Lokalen Agenda MA-Neckarau
21 sowie einige weitere Bürger im März 2003 einen Kreis, in dem
Vorschläge für Verkehrsführungen und vor allem Berücksichtigung von
Personennahverkehr, Radfahrern und Fußgängern erarbeitet wurden. Denn:
"Die Akteure wollen im Stadtteil den sogenannten Umweltverbund fördern.
Das heißt, das zu Fuß Gehen, das Radfahren und die Nutzung von Bussen
und Bahnen wird unterstützt, ohne dass Autofahren verteufelt wird",
lautet das Programm des Verkehrsforums.
Ihre Ziele verfolgen die Mitglieder auch mit
öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie Info-Ständen mitten im Stadtteil
in der Rheingoldstraße. Dabei informieren sie darüber, wie einfach es
sein kann, mit dem Fahrrad statt mit dem Auto Einkäufe zu erledigen,
oder wie man Kinder sicher im Fahrradanhänger transportiert. Auf ein
breites Echo stieß die Aktion "Zu Fuß zur Schule", an der sich
Grundschüler der Wilhelm-Wundt-, der Schiller- und der Almenhofschule
beteiligten. Eine Säule der Arbeit bildet auch die Information der
Bevölkerung über das CarSharing. Und das mit einigem Erfolg, Inzwischen
sind in Neckarau sechs Fahrzeuge stationiert, ein siebtes soll
demnächst dazu kommen.
Einen Schwerpunkt bildet derzeit der so genannte Kompaktbahnhof. Die
Bahnsteige des Neckarauer Bahnhofs sollen - so die Idee - um rund 250
Meter weiter südlich versetzt werden, um so die Haltestellen von
S-Bahn, Straßenbahn und Bus zu bündeln. Einen ersten Erfolg
verzeichnete das Forum bereits: Die Deutsche Bahn AG prüft die
technische Machbarkeit und die Kosten der Maßnahme. Im Frühjahr
nächsten Jahres soll das Ergebnis bekannt gegeben werden.
Mannheimer Morgen,19.11.2008
Neckarau: Workshop mit Grundstückbesitzern,
Aktivisten, Kommunalpolitiken und Landschaftsplanern
Stadt beteiligt Bürger bei Aufeld-Plänen
Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny
Der erste Anlauf, Voraussetzungen für eine viel versprechende
ökologische Entwicklung des Aufeldes zu schaffen, ist
gescheitert (wir berichteten). Jetzt nimmt die Stadt einen zweiten
Anlauf, beschreitet dabei einen Weg, der sich bei der Planung am
Strandbad bewährte: "Kooperatives Planungsverfahren".
Das "Kooperative" bezieht sich auf Nutzer des Aufeldes,
Grundstückbesitzer, sogenannte Schlüssel-Akteure,
Lokalpolitiker und Vertreter der Verwaltung. Sie alle sollen helfen,
ein schlüssiges Konzept für die Erhaltung des Aufeldes als
Naherholungsgebiet zu finden. Dazu trafen sich rund 70 Frauen und
Männer im St. Jakobussaal zu einem Workshop. Nach vierstündigen
Beratungen fasste der Landschaftsplaner Dr. Dietrich Nährig
zusammen: "Das Aufeld hat ein großes Potential, es wird
keine leichte Aufgabe sein, die vielen Anregungen unter einen Hut zu
bringen".
Das lag wohl an dem systematischen Vorgehen der Gesellschaft
"memo-consultig", die im Auftrag der Stadt die
Zusammenkunft veranstaltete. Zunächst galt es herauszufinden,
was die Teilnehmer am Aufeld gut finden und was sie dort stört.
In einem zweiten Schritt trugen sie Anregungen zusammen, wie das
Areal entwickelt werden könnte, und wem es in erster Linie
nutzen sollte.
Deutlich wurde während der Stellungnahmen, dass
unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft des Aufeldes
herrschen. Auf der einen Seite stehen die ökologisch engagierten
Bürger im Stadtteil, die das Areal am liebsten unter Naturschutz
stellen und es umfassend renaturieren würden. Auf der anderen
Seite plädieren vor allem die Nutzer - Grundstückbesitzer
und Pächter - dafür, es weitgehend so zu belassen wie es
ist, allenfalls solle die Stadt mehr darauf achten, dass im Aufeld
kein wilder Müll abgeladen wird. Trotz zum Teil sehr konträrer
Meinungen lief die Diskussion überaus sachlich. Die Teilnehmer
waren sichtlich daran interessiert, einen Ausweg aus die verfahrene
Situation im Aufeld zu finden.
Als besonders störend empfanden zahlreiche Teilnehmer Zäune,
Schrott auf Grundstücken, wilde Müllablagerungen,
jugendliche Gelage, Bauten, Mangel an Parkplätzen und
Verschmutzungen durch Hunde. Positiv herausgestellt wurde dagegen das
Klima im Aufeld, das Vorhandensein zahlreicher geschützter
Tiere, die autofreien Wege, die Freiräume, die fußläufige
Erreichbarkeit und die Ruhe.
Nachdem zahlreiche Vorschläge gemacht wurden, was mit dem
Aufeld geschehen soll, durften die Versammelten abstimmen. Ganz oben
landeten die Vorschläge "So lassen wie es ist", und
"Erhaltung als Freizeitgebiet", gefolgt von einer Stärkung
der Besitzer mit ihren Bauten.
Keine leichte Aufgabe für die Stadtverwaltung, die gerade das
Landschaftsschutzverfahren für das Aufeld ruhen lässt,
dennoch aber das das Gebiet ökologisch aufwerten will. Davon
konnten sich die Stadträte Professor Dr. Jörg Schmidt und
Karin Steffan von der SPD sowie Wolfgang Raufelder und Gabriele
Thirion-Brenneisen überzeugen, die sich ebenfalls intensiv an
dem von Joachim Fahrwald geleiteten Workshop beteiligten.
Mannheimer Morgen, 12.11.2008
Neckarau: Kooperative Planungsgruppe, in der auch Bürger mitwirken, berät über die Erhaltung des beliebten Grünstreifens
Stadt sucht neue Wege für das Aufeld
Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny
Das Aufeld soll als Grünanlage auf jeden Fall erhalten bleiben, daran
will die Stadtverwaltung festhalten. Wie berichtet wollte die Stadt das
Areal zwischen dem Neckarauer Waldweg und dem Großkraftwerk als
Landschaftsschutzgebiet ausweisen. Nach einer Besichtigung durch einen
Fachmann lehnte das Regierungspräsidium das Vorhaben ab. Nun treffen
sich am morgigen Donnerstag Aktivisten der unterschiedlichen
Naturschutzgruppen, Nutzer, Grundstückbesitzer sowie Vertreter aus
Politik und Verwaltung zu einem "konsensorientierten Workshop" und
beraten gemeinsame Strategien und Maßnahmen für die Zukunft des
Aufeldes.
In der gestrigen Sitzung des gemeinderätlichen Ausschusses für Umwelt
und Technik einigten sich die Stadträte darauf, das
Ausweisungsverfahren des Aufeldes zum Landschaftsschutzgebiet vorläufig
auszusetzen. Dabei beugt sich die Stadt dem Beschluss des
Regierungspräsidiums, das zu dem Ergebnis gekommen war, dass "aus
fachlicher Sicht das vorgesehene Gebiet die Kriterien zur Ausweisung
als Landschaftsschutz nicht erfüllt".
Der Beauftragte des Regierungspräsidiums monierte vor allem die
"massiven Einfriedungen, die intensiv genutzten Kleingartenanlagen und
den Anteil an Kleinbauten". Sie sprächen gegen die "notwendige
Erholungsfunktion für die Allgemeinheit". Es handele sich weder um ein
"Gebiet mit ausgewogenem Naturhaushalt" noch um ein "Gebiet mit einer
ökologischen Vielfalt", die des besonderen Schutzes bedürfe. Das Gebiet
sei weiträumig für den Besucher nicht erlebbar.
Einen Wink gibt das Regierungspräsidium immerhin: Das Aufeld habe ohne
Zweifel ein Entwicklungspotential, die Verordnung für das
Landschaftsschutzgebiet erscheine jedoch als "zu schwaches
ordnungspolitisches Instrument", um die weitere Schädigung des
Naturhaushaltes zu verhindern.
Inzwischen hat sich auch Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in das
Verfahren eingeschaltet. In einem Informationsgespräch mit den Bürgern
legte er fest, dass "eine konsensfähige, einvernehmliche Lösung zum
weiteren Schutz des Aufeldes" auf den Weg zu bringen sei. Der erste
Anlauf soll morgen im Jakobussaal genommen werden.
Die Stadt bringt in das Gespräch auch einen Vorschlag. Bis zu einer
endgültigen Entscheidung dienen die Bestimmungen des Baugesetzbuches
als Grundlage. So sollen zum Beispiel die Gartenhäuser unter bestimmten
Voraussetzungen zugelassen werden. Gerätehütten mit maximal 20
Kubikmetern umbauten Raum sollen zulässig sein, und je Grundstück will
die Stadt nur ein Gartenhaus oder eine Gerätehütte tolerieren.
Unzulässig sollen dagegen auf jeden Fall Abstellanlagen für Wohnmobil,
Wohnwagen und Bauwagen sein. All das ist freilich an verschiedene
Voraussetzungen geknüpft, über die das Gremium morgen beraten soll.
Mannheimer Morgen, 24. September 2008
Mit Verkehrsforum zu Pfalz-Bahnhöfen
Am kommenden Samstag, 27. September, steuert das Verkehrsforum Neckarau
die Umweltbahnhöfe Monsheim und Grünstadt an. Dort will man
sich darüber informieren, was die Erneuerung dieser Bahnhöfe
den beiden Orten an Vorteilen beschert hat und ob die daran
geknüpften Erwartungen erfüllt wurden. In beiden Orten gewann
das Forum kompetente Ansprechpartner für Erläuterungen. An
die Besichtigung der Bahnhöfe schließt sich eine kleine
Wanderung nach Freinsheim und der Besuch des Freinsheimer Herbstes an,
bevor es mit dem Zug wieder zurück nach Mannheim geht.
Planungen für die Rheintalbahn
Hintergrund für die Fahrt in die Pfalz ist der geplante
Nord-Süd Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar. Zum Südast
gehört auch die so genannte Rheintalbahn durch den Neckarauer
Bahnhof Richtung Karlsruhe. Der Neckarauer Bahnhof soll beim Ausbau
erneuert werden. Das Verkehrsforum setzt sich für eine
Verschiebung der Bahnsteige ein, so dass auf Höhe der
FRiedrichstraße ein Kompaktbahnhof entstünde. Damit
würden sich die Wege Kompaktbahnhof zwischen den Haltestellen der
S-Bahn, der Stadtbahn und des Stadtbusses stark verkürzen.
Treffpunkte für die
Abfahrt sind am Samstag, 27. September, um 9.45 Uhr, Haltestelle
Neckarau-West, oder um 10, Gleis 5 des Hauptbahnhofs Mannheim.
Weitere Informationen zur Arbeit des Verkehrsforums Neckarau gibt es unter www.neckarau21.de/partner.
Im Verkehrsforum Neckarau arbeiten der ADFC, die Lokale Agenda 21
Neckarau, und der VCD Neckarau mit dem Ziel zusammen, für mehr
umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität im Stadtteil zu
werben. zg
Mannheimer Morgen, 19. September 2008
Klaus Eberle beim Verkehrsforum
Fachmann gibt Rat zum Parken
Der ruhende Verkehr bildete den Schwerpunkt des letzten Treffens des
Verkehrsforums Neckarau mit Klaus Eberle, dem Leiter des
städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung. Vor zahlreichen
interessierten Bürgern erklärte der Fachmann, dass sich die
Polizei um den fließenden Verkehr kümmere, der Kommunale
Ordnungsdienst dagegen um den ruhenden.
Noch gäbe es zum Teil parallele Zuständigkeiten, aber
"Knöllchen" für falsches Parken würden kaum noch von der
Polizei verteilt. Auch 90 Prozent aller Geschwindigkeitskontrollen
würden von der Stadt durchgeführt.
Nach Aussagen des Sprechers des Verkehrsforums, Markus Rebmann, stelle
das Gehwegparken ein großes Problem in Neckarau dar. Immer wieder
gäbe es Beschwerden darüber, dass radfahrende Kinder, Eltern
mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer auf die Straße ausweichen
müssen, weil Gehwege zugeparkt seinen.
Laut Eberle sind fehlende Parkmöglichkeiten ein Problem in allen
Stadtteilen. Vor hundert Jahren hätte eben noch kein Stadtplaner
den heutigen Bedarf erkennen können. Rechtlich sei aber eindeutig
geregelt, dass nur am Straßenrand und nicht auf Geh- und Radwegen
geparkt werden dürfe.
Allerdings werde vielerorts ein Parken halb auf dem Gehweg geduldet.
Eberle machte aber deutlich, dass dabei unbedingt eine
Mindestgehwegbreite von 1,20 Meter eingehalten werden müsse. Das
sichere Passieren von Kindern und Fußgängern sei oberste
Priorität bei der Kontrolle. Auch radfahrende Kinder bis zum Alter
von acht Jahren müssen auf dem Gehweg fahren, zwischen acht und
zehn Jahren dürfen sie es noch.
Zur möglichst gefahrlosen Fahrbahnquerung gehöre auch die
Einhaltung von fünf Metern Abstand zur Kreuzung, erklärte
Eberle den Anwesenden auf Nachfrage eines Bürgers. Innerhalb
dieser fünf Meter dürfe nicht geparkt werden. Neben der
Mindest-Gehwegbreite müsse auch auf eine Mindestfahrbahnbreite von
drei Metern für Rettungsfahrzeuge geachtet werden, beantwortete er
eine andere Frage.
Grundsätzlich verboten sei auch das Parken in verkehrsberuhigten
Bereichen, sofern dort keine Parkstände ausgezeichnet seien. In
diesen landläufig Spielstraßen genannten Bereichen sei nur
das Halten zum Be- und Entladen erlaubt.
Bei Problemen und Beschwerden sei die Marktplatzwache, Telefon
293-2933, zentrale Anlaufstelle. Bisher seien Mitarbeiter des
Fachbereichs Sicherheit und Ordnung drei Mal die Woche in Neckarau, mit
der vorgesehenen Personalaufstockung demnächst vier Mal. Auch wenn
nicht bei jeder Beschwerde sofort eingegriffen werde, so werde doch ein
Raster erstellt, damit Problembereiche in den nächsten
Arbeitsaufträgen Eingang fänden. zg
Mannheimer Morgen, 22. Februar 2008
Neckarau: Verkehrsforum holt
Fachleute zu einer öffentlichen Diskussion
RNV stellt größere Bahnen für die Linie 7 in Aussicht
Beim öffentlichen Treffen des Verkehrsforums Neckarau standen Stephan
Heidenreich und Günter Gutmann von der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) den
Besuchern Rede und Antwort. Als Nachfolgegesellschaft der MVV Verkehr AG
betreibt der RNV den Öffentlichen Personennahverkehr in Mannheim.
Die beiden Fachmänner beantworteten die Fragen rund um die Stadtbahnen und
Busse im Stadtteil. Zwar erkannten die Aktiven des Verkehrsforums an, dass die
Stadtbahnlinien 1 und 7 Neckarau gut an die Mannheimer City anbinden, es gab
aber auch kritische Anmerkungen. Diese betrafen die Fensterwerbung auf
Stadtbahnen, die Sauberkeit der Bahnen und der Haltestellen und die
Anschlusspünktlichkeit. Kritisiert wurde der Einsatz von Bussen statt Bahnen am
Wochenende im Frühverkehr der Linie 7 bis gegen 8 Uhr. Bis die Busse den
Lindenhof erreichten seien sie teilweise voll besetzt und damit anfällig für
Verspätungen. Stephan Heidenreich versprach zu prüfen, ob größere Busse
eingesetzt werden können. Aus Sicht des Verkehrsforums sollte zumindest die
bisher letzte Busfahrt wieder auf eine Stadtbahn umgestellt werden, da Fahrgäste
mit dem Ziel Hauptbahnhof zur ICE-Knotenzeit um 8.30 Uhr oft mit viel Gepäck
unterwegs seien.
Ein größeres Platzangebot in den Bahnen der Linie 7 stellt der RNV ab
Dezember 2008 in Aussicht. Die Planungen sähen vor, die Linie 7 ab der
Haltestelle Neckartor nach Sandhofen weiterfahren zu lassen. Bei diesem
Linienast sei das Fahrgastaufkommen höher als das nach Vogelstang und
gewährleiste eine gleichmäßigere Auslastung. Dann könnten längere Stadtbahnen
eingesetzt werden. Damit wäre es laut Heidenreich auch wieder möglich, die
Stadtbahnen abends halbstündlich zur Rheingoldhalle fahren zu lassen. Er
reagierte damit auf die Kritik, dass die derzeitige stündliche Anbindung
unattraktiv sei.
Anregungen zur Tarifgestaltung wie zum Beispiel die Kindermitnahme auf
Einzelfahrscheinen wurden von Günter Gutmann entgegengenommen. Allerdings sieht
Gutmann beim Verkehrsverbund (VRN) die Tendenz, Einzelfahrscheine nicht
attraktiver zu machen, sogar die Mehrfahrtenkarten stünden zur Disposition. Der
RNV setze sich aber dafür ein, dass nicht zu teuere Tarifangebote für
Gelegenheitsfahrer erhalten bleiben.
Auch der Neckarauer Bahnhof wurde thematisiert. Ein Kompaktbahnhof am
Ortseingang auf Höhe der Friedrichstraße, der auf frühere Planungen der MVG/MVV
Verkehr zurückgeht, findet beim RNV nach wie vor Unterstützung. Die Erneuerung
der Stadtbahn/Bus-Haltestelle Friedrichstraße könne vorangetrieben werden, wenn
die genaue Bahnsteiglage der zukünftigen S-Bahn-Station feststünde, so die
Vertreter des RNV. Das Verkehrsforum hatte im letzten Jahr im Rahmen einer
Veranstaltung über die Chancen dieses ÖPNV-Knotens für den Stadtteil informiert.
Nun freut man sich, dass der VRN den Kompaktbahnhof in seinem jüngsten
Sachstandsbericht über den S-Bahn-Ausbau aufgenommen hat.
Zuletzt dankte Markus Rebmann den beiden Gästen vom RNV. Der Sprecher des
Verkehrsforums hofft, dass man auch zukünftig in "einem produktiven Austausch"
für ein besseres Nahverkehrsangebot im Stadtteil im Gespräch bleibe. zg
L e s e r b r i e f e :
Achtung Mogelpackung
Zurzeit läuft der politische Entscheidungsprozess auf eine Ausweisung des Aufelds
als Landschaftsschutzgebiet hinaus. Die von der Mannheimer Liste favorisierte
Alternative der Erstellung eines Bebauungsplanes mit kurzfristigem
Erlass einer Veränderungssperre hat derzeit keine Mehrheit im
Gemeinderat.
Allerdings wird den Bürgern in Neckarau und insbesondere
den Grundstückseigentümern und Nutzern im Aufeld
über die Konsequenzen
dieser Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet Sand in die Augen gestreut.
Das Ziel, das Aufeld zwischen Aufeldweg 1 und 5 als Freizeitzone und grüne
Lunge zu erhalten und jede Veränderung dieses Status quo künftig auszuschließen,
wird mit diesem Vorgehen nicht erreicht, sondern gefährdet.
Der Charakter des Aufelds mit Wiesen, Hecken und vielen zum Teil
gefährdeten Tierarten ist schutzwürdig. Ca. 50 Menschen
wohnen in diesem Gebiet. Sportanlangen, Lokale und Tierhaltung sind
ebenfalls vertreten.
Zum einen hat selbst die Verwaltung Zweifel, ob das Aufeld angesichts der
Zersiedelung des Gebietes die Anforderungen für ein Landschaftsschutzgebiet
erfüllt und das Regierungspräsidium einem entsprechenden Antrag stattgeben
wird. Dies wird viel Zeit in Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit
können Bauanträge gestellt und andere Veränderungen
umgesetzt werden. Dies zu verhindern geht nur durch den
Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan mit
Veränderungssperre.
Zum anderen werden viele Aktivitäten, die jetzt dort zugelassen sind, nach der
Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet nicht mehr möglich sein.
Eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet ist also nicht Erhaltung
des Status
quo, sondern verordnet Abstriche. Dies wird wissentlich verschwiegen.
Das könnte bedeuten, dass Teilerschließungen des Gebietes
wie gepfl asterte Straßen und die
Kleingärten verschwinden müssten, dass Sportanlagen mit ihren
Lokalen (Kleintierzüchter) nicht mehr genutzt werden dürfen
und Tierhalter ihre Ponys oder
Schafe nicht mehr unterbringen können.
Wir fordern deshalb alle bisherigen Nutzer des Aufelds auf, sich gegen diese
Veränderungen zu wehren und werden unseren Teil im Gemeinderat dazu beitragen.
Rolf Dieter ML im Gemeinderat
Reaktionen:
Das Aufeld als Landschaftsschutzgebiet
Herr
Rolf Dieter von der Mannheimer Liste scheint Sommer- und/oder Winterschlaf gehalten
zu haben, denn der politische Entscheidungsprozess fürs Landschaftsschutzgebiet
Aufeld, an dem sich die Neckarauer Bürger übrigens sehr engagiert und aktiv
beteiligt haben, läuft seit nunmehr über fünf (!) Jahren!
Etliche
öffentliche Veranstaltungen fanden bereits zu diesem Thema statt, die Mehrheit der
Neckarauer befürwortet eine Ausweisung zum LSG, weil ihnen das Aufeld als
ortsnahes Erholungsgebiet wichtig ist.
Es
ist Herrn Dieter sehr wohl bekannt, dass aufgrund des Naturschutzgesetzes des
Landes Baden-Württemberg die bestehenden Nutzungen (Gartenhäuschen,
Kleintierzüchter, Sportanlagen und selbstverständlich auch die Kleingärten)
einen besonderen Schutz genießen – keinesfalls werden sie, wie Herr Dieter uns
weismachen will, „verschwinden“ (Paragraph 6, zulässige Handlungen)!
Im
übrigen hat sich Herr Rolf Dieter vor einiger Zeit in einem Gespräch mit
mehreren Aktiven der Lokalen Agenda, bei dem ich selbst anwesend war, ganz
explizit FÜR den Erhalt des Aufelds ausgesprochen, insofern ist der Vorwurf „Mogelpackung“
nicht wirklich nachzuvollziehen.
Was
kann und muss ein Bürger von dieser Art Politik halten?
Eine
Frage, die sich von selbst beantwortet...
Regina
Baro,
Katharinenstraße
Antwort auf „Achtung Mogelpackung“
Das Mitglied des Gemeinderats, Herr Stadtrat Rolf Dieter
(ML), hat sich im Zusammenhang mit der vorgesehenen Ausweisung des Aufelds als
Landschaftsschutzgebiet zu Wort gemeldet, mit dem Hinweis „Achtung Mogelpackung“.
In seinen Ausführungen versteigt er sich zum Schluss zu
einem Aufruf, dass die Nutzer des Aufelds sich zur Wehr setzen sollten, um das Landschaftsschutzgebiet
zu verhindern.
Bevor sich Herr Dieter zu solchen Äußerungen hinreißen lässt,
sollte er die Verwaltungsvorlage der Stadt Mannheim zu diesem Thema genau
studieren. Es ist Herrn Dieter zu Gute zu halten, dass aufgrund seiner vielen Funktionen
und der Fülle von Informationen durch die Verwaltung, nicht alles so intensiv
gelesen werden kann, um den vollen Umfang des tatsächlichen Sachverhalts wahrzunehmen.
In diesem Fall wäre es schon in seinem eigenen Interesse besser gewesen, den
Entwurf der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Aufeld genauer zu
lesen, um nicht die Nutzer des Aufelds mit falschen Behauptungen in die Irre zu
führen.
Im Einzelnen werden folgende Punkte unrichtig dargestellt:
1. „Viele Aktivitäten sind nach Ausweisung als
Landschaftsschutzgebiet nicht mehr möglich“. Diese Aussage ist falsch! In der
Verordnung findet sich ein Passus, der keine Einschränkung der bisherigen Aktivitäten
vorsieht.
2. „Kleingärten und die entsprechenden Zufahrten müssten
verschwinden, Sportanlagen mit ihren Lokalen können nicht mehr genutzt werden
und Tierhalter können ihre Tiere nicht mehr unterbringen“. Auch diese Aussagen
sind falsch! In § 5 der Verordnung “Erlaubnisvorbehalt“ ist unter Nr. 13
festgelegt, dass auf den Straßen mit Kraftfahrzeugen oder Krafträdern gefahren
werden kann und Fahrzeuge, die zur Bewirtschaftung und zulässige Nutzung des
Grundstücks notwendig sind, eingesetzt werden können. In § 6 der Verordnung „Zulässige
Handlungen“ ist in Abs. 1 Nr. 3 die Nutzung von Kleingartenanlagen im Sinne des
Bundeskleingartengesetzes und gemäß der Kleingartenverordnung der Stadt
Mannheim ausdrücklich zugelassen.
Wenn Herr Dieter den Sachverhalt zur Informationsvorlage richtig
gelesen hätte, wäre ihm aufgefallen, dass der Kleingartenverein Süd keine
Einwendungen gegen die Ausweisung des Aufelds als Landschaftsschutzgebiet hat.
Zum Schluss stellt sich noch die Frage, welche Nutzer des
Aufelds Herr Dieter vor dem Landschaftsschutzgebiet bewahren will. Bisher ist
es noch sein Geheimnis.
Als Mitglied des Arbeitskreises Aufeld fände ich es gut,
wenn Herr Dieter die verängstigten Nutzer nennen würde. Die Mitglieder des Arbeitskreises
sind gerne bereit, diesen Personenkreis durch eine faire Information über den
wahren Sachverhalt zu unterrichten.
Rolf Weber
„Denn sie wissen nicht, was sie tun..“ oder „Wen vertritt die Mannheimer Liste?“
Wenn getroffene Aussagen auf den Kopf gestellt werden, geht
nicht nur Glaubwürdigkeit verloren, sondern sorgt dies zudem für heftige
Irritation.
So geschehen durch den Leserbrief des Herrn Dieter, Mitglied
der Mannheimer Liste (ML).
Herr Dieter wirft der Lokalen Agenda 21 eine wissentliche
Irreführung in Bezug auf das Aufeld vor. Dagegen verwahren wir uns eindeutig.
Grundlage hierfür sind glasklare Fakten, die Herr Dieter entweder nicht sehen
will oder kann.
Es geht um die Erklärung des Aufelds zum
Landschaftsschutzgebiet.
Der Lokalen Agenda 21 liegen zwei Briefe der ML vor, in
denen sie – genau wie wir und die Mehrheit der Neckarauer Bürgerinnen und
Bürger – das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Aufeld befürworten (beide Schreiben
können auf Wunsch vorgelegt werden).
Und zwar eindeutig mit dem Bestandsschutz, wie er im § 6 des
Naturschutzgesetzes des Landes Baden-Württemberg festgeschrieben ist.
Die Aussage von Herrn Dieter, den Status Quo durch die
Unterschutzstellung zu gefährden, ist falsch. Ebenso falsch ist es, dass
Kleingärten nicht mehr genutzt werden könnten oder Tierhaltung verboten sein
soll. Im Verordnungsentwurf, der Herrn Dieter seit Juli 2007 vorliegt, sind
derartige Verbote nicht vorgesehen.
Welches Volk vertritt Herr Dieter, was will er mit seinem
Leserbrief erreichen?
Es ist weder fair gegenüber den Bewohnern und Nutzern des
Aufelds, noch politisch korrekt, jetzt auf diese Art und Weise gegen den
Landschaftsschutz zu agieren und mit falschen Behauptungen eine negative
Stimmung schüren zu wollen.
Eines hat Herr Dieter nun auf jeden Fall erreicht: Die
Neckarauerinnen und Neckarauer, denen das Aufeld am Herzen liegt, sind
verunsichert. Somit hat Herr Dieter einen weiteren Stein in den Tümpel der
Politikverdrossenheit geworfen.
Vielleicht fällt es auch deswegen schwer, „naturverbundene“ Absichten
in seiner aktuellen Haltung nachzuvollziehen, da es noch gar nicht so lange her
ist, dass er als Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald der Fällung
der 150 Jahre alten Blutbuche auf dem Lindenhof
zugestimmt hat und so das Bauvorhaben „Lanzgarten“ bauunternehmerfreundlich realisiert
werden konnte.
Wer sich noch näher über das Thema LSG Aufeld informieren möchte,
kann dies gerne bei einem unserer regelmäßig stattfindenden Treffen tun.
Nächster Termin ist der 13. Februar 2008, 20.00 Uhr im Besprechungsraum des Volkshauses
Neckarau, Rheingoldstr. 47-49 (Eingang durch den Hof). Alle Interessierten sind
herzlich eingeladen.
Anita Hirsch-Sanden
Lokale Agenda 21
MA-Neckarau e.V.
Sprecherin AK
Aufeld
Verkehrsforum und Vorort fordern Kompaktbahnhof
NECKARAU: Verlegung der Bahnsteige für die S-Bahn könnte Nahverkehr noch attraktiver machen
Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny
Die Idee ist bestechend: Die Bahn verlegt die Bahnsteige des
Neckarauer Bahnhofs weiter in den Süden. An der neuen Stelle entsteht
ein Kompaktbahnhof mit kurzen Umsteigewegen zwischen S-Bahn,
Straßenbahn und Bussen. Tatsächlich hatte das Verkehrsforum Neckarau
bei seiner Informationsveranstaltung im Jakobussaal keine Mühe, die
zahlreichen Zuhörer für den Vorschlag zu begeistern. Doch bis zur
Verwirklichung, dass wissen die engagierten Verkehrsleute, ist es noch
ein langer Weg, so sie denn überhaupt gelingt. Das größte Hindernis ist
einmal mehr der Geldmangel.
Doch zunächst stellte Markus Rebmann vom Verkehrsclub Deutschland,
der neben dem Algemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der Lokalen
Agenda 21 Neckarau sowie interessierten Bürgern dem Verkehrsforum
Neckarau angehört, die Möglichkeiten der Bahnhofsverlegung vor. Neu sei
die Idee eines Kompaktbahnhofs indes nicht. Sie tauchte bereits im
Gutachten von Professor Dr. Hartmut Topp vor rund zehn Jahren auf.
Durch das Zusammenlegen der Haltestellen wollte er die Umsteigewege
verkürzen und damit schließlich auch die Nutzung öffentlicher
Verkehrsmittel fördern.
Nun ist die Bahn dabei, die Linie Mannheim-Schwetzingen S-Bahn
tauglich einzurichten. Dazu zählt auch die Umgestaltung der Bahnhöfe
entlang der Strecke. So rückt denn auch der Neckarauer Bahnhof in den
Blickpunkt. Seit Jahren fristet das Gebäude ein trauriges Dasein. Es
wird kaum oder gar nicht genutzt. Dennoch ist die Bahnstation
unabdingbar. Besonders in den Morgenstunden und abends wird sie stark
von Schülern und Pendlern frequentiert. Für den Ausbau des Haltepunktes
Neckarau zur S-Bahn-Station sei bisher nur die Erhöhung der Bahnsteige
und der Einbau von Aufzügen vorgesehen, berichtete Rebmann.
Bild: zg Ruhe vor dem Betrieb: Der Neckarauer Bahnhof wird rege genutzt.
Deswegen wünschen die Neckarauer eine Verlegung der Bahnsteige
weiter nach Süden, womit ein Kompaktbahnhof mit kurzen Wegen zur
Straßenbahn und zu den Bussen entstünde.
Ein weiteres Argument der Neckarauer bezieht sich auf die Gestaltung
des Eingangsbereichs in den Stadtteil. Im Zuge der Errichtung des
Seilwolff-Centers baut die Stadt die Rampen zur Morchfeldunterführung
unter anderem behindertengerecht um. Ein neues Gesicht soll auch der
Platz zwischen dem Eingang zum Seilwolff-Center und der Friedrichstraße
erhalten. Und der Anfang der Friedrichstraße wird ebenfalls neu
gestaltet. Wenn alles gelingt, entsteht ein attraktives Entrée, ein
Knotenpunkt zwischen dem Ortskern und dem Gewerbegebiet, der auch mit
der S-Bahn direkt angefahren werden sollte.
Das wissen auch die Planer bei der Stadt. Sie streckten inzwischen
die Fühler in Richtung Deutsche Bahn aus. Dort wird natürlich der
Wunsch geprüft, weiß Erster Bürgermeister Christian Specht. Allerdings
erfuhr er, dass mit der Verlegung der Gleise auch eine aufwändige
Verlegung von Signalmasten verbunden sei. Und die ist nicht billig. Die
Frage ist nun, ob sie überhaupt machbar ist, und wer es bezahlt. Das
Verkehrsforum will jedenfalls an die Stadtverwaltung und den
Gemeinderat appellieren, alles zu unternehmen, damit der Kompaktbahnhof
verwirklicht werden kann. Aus der Veranstaltung im Jakobussaal erhielt
Rebmann, der auch verschiedene Möglichkeiten der Bahnsteigverlegung
vorstellte, eine breite Unterstützung. Die Teilnehmer waren sich einig,
dass die Verlegung der Bahnsteige eine "sinnvolle Investition in die
Zukunft des Stadtteils" darstelle.
Mannheimer Morgen
19. Oktober 2007
Radler vor der Tankstelle sicherer
NECKARAU: Verkehrsforum und Pächter sorgen für Hinweise
Sicherer sind Radfahrer jetzt entlang der Steubenstraße unterwegs.
Auf Bitte des Verkehrsforums Neckarau ließ Pächter Volker Hartinger an
den beiden Ausfahrten seiner Tankstelle an der Steubenstraße Schilder
anbringen, die ausfahrende Autofahrer auf die querenden Radfahrer
aufmerksam machen. Damit wird an dieser Stelle die Gefährdung von
Radlern reduziert. Auf Initiative von Volker Hartung wiederum brachte
die Stadtverwaltung in Höhe der Ausfahrten zusätzlich Piktogramme auf
dem Radweg auf, so dass auch einfahrende Autofahrer auf die Radler
aufmerksam gemacht werden.
Die Aktiven des Verkehrsforums freuen sich, "dass sich in Neckarau
ein weiteres Mal ein Unternehmer aktiv und unbürokratisch für die
Förderung des umweltfreundlichen und gesundheitsfördernden
Fortbewegungsmittels Fahrrad einsetzte". Bei einem kleinen Treffen vor
Ort, bedankten sich einige Mitglieder und der Sprecher des
Verkehrsforums, Markus Rebmann, persönlich beim Tankstellenpächter.
Seit dem Sommer 2003 arbeiten im Verkehrsforum Neckarau Mitglieder
des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), der lokalen Agenda 21
MA-Neckarau, des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und Neckarauer Bürger
zusammen an der Verbesserung der Verkehrssituation in Neckarau. Die
Akteure wollen mit ihren Aktivitäten den sogenannten Umweltverbund im
Stadtteil fördern. Das heißt, das zu Fuß Gehen, das Radfahren, die
Nutzung von Bussen und Bahnen und der Umstieg vom eigenen Auto auf
CarSharing wird unterstützt, ohne dass die restlichen Autofahrer
verteufelt werden. zg
Mannheimer Morgen
17. Oktober 2007
Rudolf Höcker erhält
die Radler-Ehrennadel
RHEINAU/NECKARAU: ADFC ehrt Organisator der
Drais-Fahrt
Gut Ding will Weile haben: Rund ein Jahr nach dem großen
Ereignis
erhielt der Neckarauer Rudolf Höcker (Verein Lokale
Agenda 21) jetzt
für seinen Einsatz bei der Drais-Gedächtnisfahrt im
Sommer 2006 die
erstmalig in Mannheim verliehene Ehrennadel des
Allgemeinen Deutschen
Fahrradclubs (ADFC). Wie der Vorsitzende des ADFC, Dr.
Gerd Hüttmann
erläuterte, war die Memoriale für Karl Drais und Carl
Benz auf der
historischen Strecke zwischen Schloss und Karlsplatz
einer der
besonderen Tage im Rahmen der bundesweiten Initiative
"Deutschland
-Land der Ideen". Hüttmann: "Rudolf Höcker war
treibende Kraft und
Zugpferd zugleich, wenn es darum ging, die gemeinsame
Veranstaltung
des (ADFC) Mannheim und der Lokalen Agenda 21 in Neckarau
voranzubringen.“
Nach der Übergabe der "Land der Ideen"-Urkunde
des Bundespräsidenten
erhielt Höcker jetzt die Anerkennung des ADFC: "Die
Ehrennadel des
Fahrradclubs, die Rudolf Höcker als Erster in Mannheim
erhält, ist ein
kleines, aber aufrichtiges Zeichen unseres Dankes"
so Hüttmann bei der
Verleihung auf dem Rheinauer Stadtteilfest.
Die Gedächtnisfahrt mit rund 2000 Teilnehmern wirke vor
allem in den
Schulen weit über den Tag hinaus, wie Hüttmann
feststellte. So finde
sich die Erfindung von Fahrrad und Auto häufig als Thema
auf Würfeln
der "400 Mannheimer Geschichten" (wir
berichteten). Die von Schülern
gestalteten Würfel zum Stadtjubiläum können im unteren
Luisenpark
besichtigt werden, eine Auswahl davon hat der ADFC für
seine
Karl-Drais-Sonderseite im Internet fotografiert. lang
Mannheimer Morgen
08. August 2007
Weitere Informationen
Karl Drais und die Gedächtnisfahrt 2006 im Internet: www.karl-drais.de
Umweltpreis 2007: Ein Jubiläum, eine Premiere und
jede Menge Preise
[14.07.2007 Mannheimer Morgen, has] Ein Jubiläum, eine Premiere und jede Menge Preise, das erwartete die
Teilnehmer und Gäste der Preisverleihung zum Mannheim Umweltpreis 2007, die am
Donnerstag, 12. Juli, ab 17 Uhr in der Alten Feuerwache stattfand.
Bürgermeister Quast begrüßte alle Bewerber des diesjährigen Umweltpreises
sowie zahlreiche Gäste zu der Veranstaltung, die in diesem Jahr mit einem
Jubiläum aufwarten konnte: im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs ging die 500.
Bewerbung um den Umweltpreis der Stadt Mannheim ein. „Darauf dürfen alle
Bewerberinnen und Bewerber stolz sein, denn sie sind es, die mit der Vielzahl
von vorbildlichen Aktivitäten dafür gesorgt haben, dass diese fantastische
Größenordnung erreicht wurde“, so Bürgermeister Quast. Er freute sich, den 500.
Bewerber, die Naturfreunde Mannheim e.V., mit einem Blumenstrauß überraschen zu
können.
Die zweite Besonderheit bei der Preisverleihung: die Gäste erlebten die
Premiere des Mannheim-Lieds, entstanden nach der Idee des Mannheimer
Jubiläums-Songs, getextet von den Erzieherinnen und bei dieser Veranstaltung
erstmals vorgetragen von den Kindern der Städtischen Kindertagesstätten des
Bezirks Mannheim-Mitte.
Nicht zuletzt gab es für die eingereichten Projekte wieder jede Menge Preise.
„Die Jury bescheinigt den Bewerbern im diesjährigen Wettbewerb eine
beeindruckende Vielfalt der Ideen, großartiges Engagement und ansteckende
Begeisterung“, berichtet Dorothea Baur, Projektleiterin des Umweltpreises, von
der schwierigen Aufgabe des Gremiums. Insgesamt wurden 47 Preise in sieben
Kategorien vergeben, darunter fünf Hauptpreise.
Mit dem ersten Preis und einem Preisgeld in Höhe von 600 Euro zeichnete die
Jury das Betreuungsangebot der Friedrichsfeldschule unter der Regie von Frau
Gisela Haas aus. Im Rahmen des Projekts „Wetterbeobachtungen rund um den
Apfelbaum“ wurden an konkreten Beispielen komplexe und oft auch abstrakte
Sachverhalte wie beispielsweise Wasserkreislauf, Luftdruck und Atmosphäre
begreifbar gemacht. Das Projekt vereint alle wichtigen Elemente der
Naturpädagogik: genaues Beobachten, exaktes Aufzeichnen, komplexe Zusammenhänge
aufspüren und erforschen, malen und basteln, spielen und Spiele gestalten, bis
hin zum Erstellen einer Dokumentation in Form eines sehenswerten Buches und
einer ansprechenden Diaschau.
Über den zweiten Preis in Höhe von 550 Euro dürfen sich Albert Huber und die
Umwelt-AG der Jungbuschschule unter der Leitung von Frau Hängelage freuen.
Albert Huber und die Umwelt-AG der Jungbuschschule haben den Strandgarten am
Verbindungskanal gestaltet und bepflanzt und sorgen auch für die Pflege und
Weiterentwicklung. Ökologische Aspekte, Quartiersentwicklung, Identifikation mit
dem selbst Geschaffenen und mit dem Stadtteil – all diese Kriterien werden in
diesem Projekt erfüllt. Wer die Aktivitäten vor Ort miterleben konnte, war tief
beeindruckt von der Begeisterung, mit der insbesondere die jungen Akteure hier
bei der Sache waren. Sie alle dürfen stolz sein auf ihren nachhaltigen Beitrag
zur Lebensqualität im Stadtteil Jungbusch.
Den dritte Preis und 500 Euro Preisgeld erhielten das Verkehrsforum Neckarau
und der AK Kinder und Jugendliche des Vereins Lokale Agenda 21
Mannheim-Neckarau. Hinter dem schlichten Titel „Zu Fuß zur Schule“ verbirgt sich
eine gewaltige Leistung des Verkehrsforums und des Agenda-Arbeitskreises.
Vorbildlich vorbereitet durch Infobriefe an Lehrer und Eltern,
Pressemitteilungen und eine Plakataktion startete man in den bundesweiten
Aktionstag. Laufgemeinschaften wurden gebildet, das Thema wurde in den
Unterricht eingebunden und ein Klassenwettbewerb wurde durchgeführt. vier
Grundschulen waren einbezogen und 1200 Schüler – und nicht zu vergessen auch
deren Eltern, das ist ja in diesem Fall besonders wichtig – wurden mit dieser
Aktion erreicht.
Eltern-Engagement von Petrus belohnt
ALMENHOF: 11. Spiel- und Sportfest auf dem 48-er Platz ein Erfolg / 3500 Euro für Vereinszweck
[18.05.2007 Mannheimer Morgen, von dem
Redaktionsmitglied Konstantin Groß] Im vergangenen Jahr, da hatte
es ein böses Erwachen gegeben: Als Bänke und Spiele abgebaut,
die Kassen eingesammelt waren, merkten die Organisatoren: Eine Kasse
war verschwunden, was den Gesamterlös natürlich
schmälerte. Umso verdienter war der große Erfolg, den die
Elterninitiative in diesem Jahr verbuchen konnte: 3500 Euro
beträgt der Erlös des 11. Spiel- und Sportfestes im Herzen
des Almenhofs und soll der Attraktivierung des bei Jung und Alt
beliebten Freizeitareals zufließen.
Dabei war ein solcher Erfolg diesmal gar nicht erwartet
worden, ja nicht einmal sicher, ob das Fest an diesem Tag
überhaupt stattfinden würde. "Bei Regen eine Woche
später" hieß es in der Einladung vorsichtig, ist doch keine
Veranstaltung so auf trockene Witterung angewiesen wie diese. Am
Festtag ging denn auch der Blick besorgt gen Himmel. Die Lage war nicht
eindeutig, doch das Orga-Team entschied am frühen Morgen: Wir
machen's!
Und dieser Mut wurde belohnt. Am Mittag kam die Sonne
heraus und hielt den Regenwolken wacker stand, bot damit das notwendige
Ambiente für die vielen Aktivitäten, die auf der Wiese und
dem Hartplatz stattfanden: unter anderem Kasperletheater und Flohmarkt,
Ponyreiten und Ballonflug-Wettbewerb, Kinder-Olympiade und Kletterturm.
Diese vom Kletterzentrum "Extrem" Ludwigshafen kostenlos zur
Verfügung gestellte künstliche Steilwand war
naturgemäß die Attraktion.
Als heiß begehrt erwies sich aber auch das vom
Verkehrsforum veranstaltete Rikscha-Fahren rund um den 48-er Platz, das
immerhin 180 Euro für die gute Sache einbrachte. Ein großes
Feuerwehrauto und der Streifenwagen von Polizeihauptkommissar Roland
Wehrling sind längst Stammgäste auf dem 48-er Platz.
Ansonsten legten die Organisatoren diesmal bewusst einen
größeren Schwerpunkt auf Kreativität statt Konsumieren,
konkret: Sie ersetzten die Hüpfburg durch Angebote zum Basteln -
Tanja Gabdiel etwa begeisterte die kreativen Kleinen mit ihrer
Servietentechnik.
Auf dem Hartplatz stieg ein temporeiches
Streetball-Turnier, an dem immerhin 50 Jugendliche teilnahmen. Die
dafür notwendigen mobilen Basketball-Körbe stammten
übrigens von der Polizei, die sie im Rahmen ihrer
Präventionsaktivitäten gegen Jugendgewalt angeschafft hatte.
Wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln verkauften sich die 3000
Lose mit immerhin 950 Gewinnen, für die Sabine Knecht-Altmann
verantwortlich zeichnete.
Als die Eltern abends um halb neun abgebaut und
aufgeräumt hatten und noch erschöpft, aber glücklich
zusammensaßen, kamen zwei Jungs mit Gitarren vorbei. "Ihr kommt
zu spät zum Spielen, das Fest ist aus", scherzten die
Organisatorinnen. Doch da hatten sie die Jugendlichen
unterschätzt, die ihnen ein spontanes Konzert gaben - schöne
Belohnung für wochenlangen Einsatz. "Erleichtert wird uns der aber
dadurch, dass unsere Kinder inzwischen so groß sind, dass sie uns
helfen können", meint die Vorsitzende Annette Knapp-Wallenwein:
"Vielleicht übernehmen sie ja irgendwann einmal unsere Arbeit."
Wichtig wäre es. Denn bereits in den letzten zehn
Jahren haben die Mütter der Initiative 27 000 Euro in die
Attraktivierung des 48-er Platzes investiert oder die Jugendarbeit
Dritter gefördert. Auch der Erlös des 2007-er Festes
fließt natürlich in die weitere Gestaltung des Areals: Auf
der Wunschliste stehen ein Holzpferd für den kleinen Spielplatz,
eine Kletterwand am Bunker und ein Beach-Volleyballfeld.
Wanderer folgen Vogelgesang
NECKARAU: Naturkundliche Führung durch das Aufeld
[30.03.2007 Mannheimer Morgen] Der Grünspecht lacht, der Zilpzalp singt seinen Namen
und der Girlitz piepst mit hohen Tönen von Baumwipfeln: Soviel konnte die Gruppe von
Tierfreunden hören, die sich mit Arnold Cullmann vom BUND auf die Pirsch durch das
Aufeld begab. Zusammen mit der Lokalen Agenda 21 Mannheim-Neckarau veranstaltete die
Naturschutz-Organisation eine morgendliche Wanderung, bei er es galt, die Ohren zu
spitzen, um die unterschiedlichen Vogelgesänge mitzubekommen. Arnold Cullmann
erklärte die Arten.
Erst unlängst hat ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten festgestellt, dass
das Aufeld im Vergleich zu ähnlichen Flächen in Mannheim zu den artenreichsten
Gebieten gehört. Davon bekamen die Spaziergänger allerdings wenig mit. „Es
ist leider noch kalt, die Vögel halten sich etwas bedeckt“, stellte Cullmann
fest. Der Verkehr am Neckarauer Waldweg und die Kirchenglocken erschwerten zudem das
konzentrierte Lauschen auf die Vogelstimmen. Dennoch konnten die Freizeit-Vogelkundler
mehrere gefiederte Sänger wahrnehmen. Und wer gar erriet, um welchen Vogel es sich
handelte, den belohnte Cullmann mit einem Päckchen Blumensamen oder einem
stärkenden Schokoriegel. Klar, dass die Kinder unter den Wanderern besonders eifrig
lauschten und rieten.
Nebenbei erfuhr die Gruppe die Sorgen der Lokalen Agenda und des BUND um das Aufeld. Die
Organisationen setzen sich dafür ein, dass es als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen
wird. Dabei zerstreuen sie Befürchtungen der Kleingärtner, die befürchten,
dass sie ihre Parzellen aufgeben müssten. „Davon kann keine Rede sein“,
versichert Anita Hirsch-Sanden, Leiterin des Arbeitskreises Aufeld in der Lokalen Agenda.
Von solchen Sorgen schienen die Vögel unbeeindruckt, deren zunehmendes Zwitschern
darauf hindeutete, dass sie langsam erwachen. jan
Spaziergänger hören Vogelgesang zu
[21.03.2007 Mannheimer Morgen] Am Sonntag, 25. März, lädt die Lokale Agenda 21
Mannheim-Neckarau zu einem Vogelstimmen-Spaziergang ein. Treffpunkt ist Ecke Aufeldweg
III/Neckarauer Waldweg. Die Besucher des Wanderkonzerts treffen sich bereits um 9 Uhr, um
in den Genuss der frühen Töne zu kommen. "Ich freue mich, wenn auch dieses Jahr
wieder viele interessierte Vogelkundler zu unserem Vogelstimmen-Spaziergang kommen",
wünscht sich Anita Hirsch-Sanden, Leiterin des Arbeitskreises Aufeld.
Um die eifrigen Sänger zu identifizieren, wird sich Hirsch-Sanden kompetente
Verstärkung holen: Arnold Cullmann vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland e. V.) begleitet die Tour des Hörens und Sehens. Der frühe Termin im
März wurde bewusst so gewählt, da es so für "Vogelstimmen-Anfänger"
einfacher ist, die einzelnen Vögel herauszuhören. Zudem sind die Vögel
besser zu erkennen, da die Bäume noch nicht so belaubt sind. Wer jetzt schon in der
Neckarauer Natur unterwegs ist, der wird sicherlich unter dem einen oder anderen Baum den
hingebungsvollen Sängerproben lauschen können. red
Wer zu Fuß geht, wird mit einer Bahnfahrt belohnt
NECKARAU/LINDENHOF: Grundschüler machen bei Aktion der Lokalen Agenda begeistert mit
Mit solch einem großen Erfolg hatten selbst die Organisatoren nicht
gerechnet. Die Aktion "zu Fuß zur Schule", die zum ersten Mal in
Mannheim stattfand, hat die Grundschüler aus dem Lindenhof und aus
Neckarau vollends begeistert. Engagierte Eltern und Lehrer taten
alles, damit das Laufen der Grundschüler belohnt wurde. Initiiert
wurde diese Aktion in der ersten Woche nach den Sommerferien vom
Verkehrsforum Neckarau und dem Arbeitskreis Kinder und Jugendliche der
Lokalen Agenda Mannheim Neckarau. Nun galt es die kleinen Fußgänger zu
belohnen.
"Es ist 7.45 Uhr - und es ist anders als sonst um diese Uhrzeit. Kaum
ein Auto, in der Funktion als Eltern-Taxi, ist vor dem Schulhof zu
sehen. Einfach klasse!", so eine begeisterte Lehrerin der
Almenhofschule. Ab 7.30 Uhr standen bereits Eltern an den
verschiedenen Stationen auf den Schulwegen zur Almenhof-, Diesterweg-,
Schiller- und Wilhelm-Wundt-Schule. Jeder Grundschüler, der sich am
bundesweiten Aktionstag, dem 22. September, zu Fuß auf seinen Schulweg
machte, konnte sich einen "Fußabdruck-Stempel" auf die Hand drücken
lassen.
Begeistert rief man sich über die Straße hinweg den Standort der
Stempelstationen zu und leitete Schulkameraden zur richtigen Stelle.
In der großen Pause gab es dann für jeden Stempel einen knackigen
Apfel, gestiftet vom Großmarkt Mannheim, und einen Luftballon. Auch
die Gmünder Ersatzkasse (GEK) trug mit ihrer Spende von 200 Euro zum
Gelingen der Veranstaltung bei.
In der gesamten Aktionswoche waren die Kinder mit Leib und Seele bei
der Sache. Die Ergebnisse der Schulen waren verblüffend: Die meisten
Gewinnerklassen kamen eine Woche lang jeden Tag zu Fuß zur Schule. Es
war sicherlich nicht nur der attraktive Preis von sechs VRN-Tickets
24-Plus für jede Gewinnerklasse pro Grundschule.
Teamgeist, Spaß an der Sache und der Beitrag der Eltern zum gesunden
Schulweg haben zusätzlich zum Erfolg der Aktion beigetragen. Gewonnen
haben: in der Almenhofschule die Klasse 4d, in der Diesterwegschule
die Klasse 4a, in der Wilhelm-Wundt-Schule die Klasse 4c und in der
Schillerschule die Klassen 3a, 4b und 4c als gemeinsamer Sieger mit je
drei Tickets pro Klasse.
Auch bei der Einschulung fand die "zu Fuß zur Schule"-Aktion regen
Anklang. Auf dem Schulhof konnten sich die Eltern in Listen eintragen,
um so Laufgemeinschaften zu fördern. Die Luftballons fanden reißenden
Absatz bei den Erstklässlern.
"Wir würden uns freuen, wenn unsere Aktion noch lange nachwirkt und
auch im weiteren Stadtgebiet Nachahmer fände", erklärten Kathrin Axt
von der Lokale Agenda Mannheim-Neckarau und Markus Rebmann vom
Verkehrsforum. Für die Zukunft sind in Neckarau bereits weiterere
Schritte geplant, um die Kinder schon früh zur Bewegung zu motivieren.
red
Am Strandbad werden die Karten neu gemischt
NECKARAU: Stadt schreibt die Gestaltung der Gastronomie neu aus /
Säulenkonstruktion soll erhalten bleiben
Bild: Erfolgreicher Protest: Mehrere
Initiativen setzten sich in Neckarau für die Erhaltung und
Sanierung des Gaststtättengebäudes
am Strandbad ein. Obwohl es zunächst so ausgesehen hatte, dass es
dennoch abgerissen wird, verbuchen die Neckarauer
nun einen Erfolg. Bild: Rittelmann
[20.09.2006 Mannheimer Morgen, von dem Redaktionsmitglied Jan Cerny]
Die Mitteilung des Oberbürgermeisters Gerhard Widder an mehrere
Adressaten ist knapp, aber sie hat es in sich: "Die Stadt leitet daher
eine Ausschreibung bezüglich der Strandbadgaststätte in die
Wege, die die bekannten Eckpunkte sowie die Erhaltung der derzeitigen
Säulenkonstruktion zum Inhalt haben wird." Damit wird klar, dass
die Stadt einen vorläufigen Schlussstrich unter eine sich
inzwischen mehrere Jahre hinziehende Debatte um die Gestaltung der
Gaststätte zieht und gleichzeitig einen gänzlich neuen Anlauf
zu der Sanierung des Gebäudes und des Areals nimmt.
Nicht jeder Adressat wird sich über das Schreiben
freuen. Da ist einerseits die Eichbaum Brauereien AG, die im Vertrauen
auf den Zuschlag einiges an Planungen investiert hat. Wie berichtet,
wollte das Unternehmen zuletzt das heruntergekommene Gebäude
abreißen und an dessen Stelle in der warmen Zeit Pavillons
aufstellen, diese aber vor dem Winter abtransportieren, um sie dann im
Frühjahr wieder aufzustellen. Und da ist die Bürgeraktion um
Günther Kirchner, die eine erfolgreiche Unterschriftensammlung -
nach eigenen Angaben 1500 Signaturen - für den Erhalt und die
Sanierung des Gebäudes initiierte.
Doch nicht nur Kirchner und seine Sympathisanten wandten
sich vehement gegen das Vorhaben der Eichbaum. Zuvor hatten sich
bereits mehrere Initiativen gebildet, die sich teils einzeln, teils
gemeinsam in Sachen Strandbad engagierten. Ihnen ging es vor allem
darum, das Strandbad und die Bewirtung für breite
Bevölkerungsschichten zu erhalten, mithin eine gehobene
Gastronomie mit aufwändigen Veranstaltungen zu verhindern.
Sie stützten sich zunächst nur auf sporadische
Informationen. Als dann die Eichbaum ihre detaillierten Pläne, mit
denen sie die vorausgegangene Ausschreibung für sich entscheiden
konnte, vorgestellt hatte, erhob sich massiver Protest. Die Brauerei
wollte das heutige Gebäude abreißen und an seiner Stelle ein
neues errichten. Ein Plan, mit dem sich nach Auskunft von Wolf-Martin
Kögel, Leiter des Fachbereichs Liegenschaften, Stadträte und
Bezirksbeiräte angefreundet hatten.
Die Initiativen wähnten dagegen eine gehobene
Gastronomie mit Großveranstaltungen und mobilisierten Protest.
Nach ihrer Überzeugung würde das Vorhaben nicht in die
Tradition des Strandbades passen. Die Eichbaum speckte daraufhin ab.
Sie berief sich auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten, wonach
die bestehende Konstruktion nicht zu erhalten sei. Wenn also kein neues
Gebäude gewünscht sei, so sollten künftig mobile
Pavillons aufgestellt werden. Damit hat sich der Bezirksbeirat
abgefunden. Erneut bildete sich eine Initiative, diesmal mit dem Ziel,
das bestehende Gebäude zu erhalten.
Inzwischen nahm die Stadtverwaltung die Gutachten der
Eichbaum genauer unter die Lupe und kam zu der Erkenntnis, dass die
Schlussfolgerung, wonach das Gebäude abgerissen werden
müsste, doch nicht überzeugend sei. Ob sich die Eichbaum
erneut an einer Ausschreibung beteiligt, muss der Vorstand erst noch
entscheiden. Pressesprecher Volker Dressler: "Wir haben zwei Gutachten
abgegeben und gehen davon aus, dass ein Erhalt des alten Gebäudes
unter wirtschaftlichen Gesichtpunkten nicht möglich ist." Und die
Stadtverwaltung? Wolf-Martin-Kögel: "Wir warten nun ab, ob sich
jemand findet, der die Säulenkonstruktion erhalten kann." Schon
früher hat Bürgermeister Rolf Schmidt klar gestellt, dass
sich die Stadt da nicht finanziell engagieren könne.
Kommentar: Die Lehre am Strand
[von Jan Cerny] Fast sah es so aus, als könnte
das Strandbad im Jubiläumsjahr der Stadt im neuen Glanz
erstrahlen. Nichts war es. Nachdem der Oberbürgermeister Widder
die Notbremse gezogen hat, beginnt alles wieder von vorn:
Ausschreibung, Bewertung, Diskussionen im Stadtteil und irgendwann die
Sanierung des bestehenden Gebäudes. Mit Sicherheit dauert im
kommenden Sommer das wenig repräsentative Provisorium an.
Das ist schade, und dennoch kann man der Entscheidung
des OB eine positive Seite abgewinnen. Von den Plänen der Stadt,
das Gelände, auf dem die Gaststätte steht, neu und
langfristig zu verpachten, erfuhren die Neckarauer zunächst
gerüchteweise, und auch später flossen die Informationen
sporadisch. Die konkreten Planungen - da war schon die Eichbaum so gut
wie am Zug - wurden erst während einer turbulenten
Bezirksbeiratssitzung bekannt. Nun ist das "Mannheimer Lido" in der
Bürgerschaft auf eine besonders symbolhafte Weise verhaftet, als
dass man über ihren Kopf dessen Zukunft planen kann. Die Stadt hat
ihre Lehre bekommen: Hier geht ohne die Einbeziehung der Bürger
nichts.
Mädchen und Jungen auf eigene Füße stellen
NECKARAU/LINDENHOF: Verkehrsforum und Lokale Agenda 21 starten Aktion "Zu Fuß zur Schule"
[20.09.2006 Mannheimer Morgen]
Das Verkehrsforum und die Lokale Agenda 21 wollen den Kindern im
Mannheimer Süden das Laufen schmackhaft machen. Um dem Bewegungsmangel
des Nachwuchses entgegenzuwirken, stellen beide die Aktion "Zu Fuß zur
Schule" auf die Beine. Insgesamt vier Schulen aus Neckarau und dem
Lindenhof beteiligen sich an der Aktion, die zum Schuljahresbeginn
startet.
Der Fachbereich Gesundheit der Stadt Mannheim schlägt Alarm: "Die Zahl
der übergewichtigen Schulanfänger hat sich in den letzten zehn Jahren
in Deutschland verdoppelt. Etwa 14 Prozent der sechsjährigen Mädchen
und Jungen sind übergewichtig, und rund zehn Prozent der Abc-Schützen
haben große Schwierigkeiten, dreimal nacheinander auf einem Bein zu
hüpfen. Die mangelhafte motorische Leistungsfähigkeit und die Zunahme
des Übergewichtes hängen unmittelbar zusammen", heißt es dort. In
Zeiten, in denen Spielen immer öfter sitzend vor den unterschiedlichen
Medien stattfinde, werde ein Ausgleich des Bewegungsmangels dringend
notwendig, um die Gesundheit der Kinder auf Dauer stabil zu halten.
Die deutschlandweite Kampagne "Zu Fuß zur Schule", die ihre Wurzeln in
der internationalen Aktion "I walk to school" hat, startet offiziell
am Freitag, 22. September.
Pünktlich zum Schulanfang machen deshalb auch das Verkehrsforum
Neckarau und die Lokale Agenda 21 mit Lehrern und Elternbeiräten der
Almenhof-, Diesterweg-, Schiller- und Wilhelm-Wundt-Schule den
Schulweg zum Thema. "Starke Kinder auf eigenen Füßen - Sicher. Gesund.
Selbstbewusst." Unter diesem Motto erfahren die Jüngsten, dass Laufen
Spaß macht, ihnen mehr Kontakte zu ihren Schulkameraden bringt, und
sie sich so fit machen für den Straßenverkehr. Hier bitten die
Veranstalter auch die Eltern um Unterstützung, indem sie ihre
Sprösslinge zum Laufen motivieren und vielleicht das "Elterntaxi" in
der Garage stehen lassen.
Am Tag der Einschulung, am Samstag, 23. September, können sich die
Eltern der Erstklässler im Schulhof ausführlich über diese Aktion
informieren und ihren Wohnort im Schulwegplan markieren, um
Laufgemeinschaften zu fördern. Für die Kinder der zweiten bis vierten
Klassen werden am Freitag, 22. September, auf dem Schulweg Stationen
aufgestellt. Alle Schüler, die dort vorbeikommen, bekommen einen
Stempel auf den Handrücken, für den sie anschließend einen kleinen
Bonus im Klassenzimmer erhalten. In der darauf folgenden Woche vom 25.
bis 29. September startet ein kleiner Wettbewerb an jeder Schule: Die
Klasse mit der höchsten Zu-Fuß-Quote erhält je einen attraktiven Preis
in Form eines 24-Plus-Tickets für einen Klassenausflug, das der VRN
für alle teilnehmenden Schulen zur Verfügung stellt. Die Großmarkt
Mannheim GmbH spendet mit Unterstützung ihrer Händler etwa 1000 Äpfel
als gesunde Belohnung für die Schüler, die sich zu Fuß auf ihren
Schulweg gemacht haben. Der Großmarkt hat sich schon seit Jahren als
Einkaufsquelle für viele Anbieter auf dem Wochenmarkt im Lindenhof, am
Rheingoldcenter und in Neckarau bewährt. So feiert der Neckarauer
Wochenmarkt dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen.
Nur ehrenamtliches Engagement hat diese Aktion, die Kinder wieder in
Bewegung bringt, möglich gemacht. Unterstützung gab es auch von der
Gmünder Ersatzkasse sowie dem Staatlichen Schulamt für die Stadt
Mannheim und dem städtischen Fachbereich Gesundheit. baum/zg
Verkehrsforum ausgezeichnet
[09.08.2006 Mannheimer Morgen]
Freude löste beim Verkehrsforum Neckarau der erneute Gewinn eines Umweltpreises
der Stadt Mannheim aus. Für die Aktion "Einkaufen mit dem Fahrrad" erhielt das
Verkehrsforum aus der Hand von Bürgermeister Lothar Quast die Urkunde und das
Preisgeld von 200 Euro. "Ziel ist", erklärt Markus Rebmann vom Verkehrsclub
Deutschland in Neckarau, "dass noch mehr Bürger im Stadtteil gesund und
umweltfreundlich mehr Wege, auch zum Einkaufen, mit dem Rad zurücklegen."
Das Verkehrsforum besteht seit dem Sommer 2003. Mitglieder des Allgemeinen
Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der lokalen Agenda 21 MA-Neckarau und des
Verkehrsclubs Deutschland (VCD) engagieren sich mit interessierten Neckarauer
Bürgern und Vertretern der Parteien für nachhaltige Mobilität im Stadtteil.
Auch der Arbeitskreis Kinder und Jugendliche der Lokalen Agenda 21 MA-Neckarau
wurde beim Umweltpreis mit einem Preisgeld in Höhe von 150 Euro bedacht.
"Ausflüge in die Zukunft" nennt sich der preisgekrönte Ausflugsführer, der acht
"nachhaltige" Ausflugsziele aus den Bereichen Arbeiten, Leben und Wirtschaften
in Neckarau und Umgebung präsentiert. Der Ausflugsführer kann übrigens kostenlos
im Internet unter www.neckarau21.de heruntergeladen werden.
Verkehrsforum und AK Kinder und Jugendliche tagen öffentlich und laden zur
Mitarbeit alle Bürger ein. Die nächsten Treffen des Verkehrsforums: Montag, 18.
September, und Montag, 20. November.
Treffen des AK Kinder und Jugendliche: am Mittwoch, 4. Oktober, und Mittwoch 22.
November. Alle Treffen finden jeweils um 20 Uhr im Volkshaus Neckarau,
Rheingoldstraße 47-49, statt. zg
Mannheim macht mobil!
Am 20.Juni 2006 wird an die Erfindung von Karl Drais
(Laufmaschine) und Carl Benz (Tricycle) erinnert. Quasi vor unserer
Haustür werden sich mehrere hundert, meist jugendliche
Fahrradfahrer zusammen mit den Draisinenreitern und dem
Patentmotorwagen auf den Weg zum Drais-Denkmal in Rheinau machen.
[01.06.2006 Lindenhof aktuell Nr. 5, Juni/2006]
Die gemeinsame Fahrt des Korsos beginnt um 09.30 Uhr im Ehrenhof des
Schlosses und wird auf ihrem Weg nach Rheinau soweit möglich den
Originalstrecken von 1817 (1. Fahrt der Drais’schen
Laufmaschine) und 1888 (Tricycle-Motorwagen-Fahrt von Bertha Benz)
folgen.
Die Rückkehr zum Schloss ist für 13 Uhr vorgesehen.
Organisatoren dieses lokalen Beitrages zur Initiative
„Deutschland – Land der Ideen“ sind der ADFC Mannheim
und die
Lokale Agenda 21 MA-Neckarau mit Unterstützung von Stadtmarketing
Mannheim und der
Deutschen Bank. Besonders hervorheben muss man dabei den immensen
persönlichen
Einsatz von Rudolf Höcker (Lokale Agenda), ohne dessen Engagement
die Veranstaltung
in dieser Größenordnung nicht möglich gewesen
wäre.
Viele Mannheimer Schüler bilden das „Gerippe“ des
Korsos. Sogar aus Karlsruhe und Koblenz werden Schulen vertreten sein,
die die Namen der Erfinder tragen. Lokale Prominenz aus Sport und
Politik, angeführt vom Schirmherrn OB Gerhard Widder, hat
ebenfalls
ihre aktive Teilnahme angekündigt. Insgesamt werden über
tausend Mitfahrer erwartet. Auf diese Art und Weise soll eindrucksvoll
an die Pionierarbeiten der beiden Mannheimer Erfinder erinnert werden.
Ihre Maschinen galten damals als die Wegbereiter moderner
Mobilität und leiteten die Phase des mechanisierten
Individualverkehrs ein. Zum ersten Mal war man nicht mehr auf die
Zugkraft der Pferde angewiesen. Außerdem waren Fahrrad und
Automobil in wesentlichen Teilen baugleich konstruiert und
rechtfertigen auch dadurch ihren gemeinsamen Auftritt!.
Im Korso werden auch zahlreiche „Hingucker“ mitfahren. Die
Draisinenreiter übernehmen die Spitze und werden sie auch bis zur
Zielankunft halten. Die Veranstaltung wird bei jeder Witterung
durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Sache und die hoffentlich
zahlreichen Zuschauer sind herzlich willkommen.
Wir-Gefühl
[06.02.2006 Mannheimer Morgen, von Thorsten Langenscheid]
Gute Werbung, so lautet ein alter Grundsatz, fängt im eigenen
Hause an. Für die Stadtwerbung heißt das: Mannheim muss in
erster Linie einmal den Mannheimern Spaß machen. Etwas trockener
ausgedrückt: Wir brauchen ein positives Wir-Gefühl. Wenn wir
Mannheimer unsere Stadt gut finden, dann gefällt sie anderen mit
Sicherheit auch. Was das Fahrrad-Duo Hüttmann/Höcker in
dieser Hinsicht mit der Drais-Memoriale vor drei Jahren auf die Beine
gestellt hat, ist Stadt-Marketing allererster Qualität und
praktisch unbezahlbar. Wie könnten wir unsere Stadt aus dem faden
Einerlei der "Toblerone"-Kommunen - die viele kleine Gipfel, aber
keinen echten Höhepunkt zu bieten haben - besser herausheben als
mit einem trendigen, absolut massenattraktiven Fun-Event, das auch noch
pädagogischen, historischen, umwelt- und verkehrspolitischen
Mehrwert zu bieten hat? Mannheim ist die Stadt der Innovationen, in
Mannheim bewegt sich was, und die Mannheimer strampeln sich dafür
ab - Botschaften, welche die erste Drais-Gedächtnisfahrt 2003 vor
allem für die Mannheimer selbst ausstrahlte. Im Sommer 2006 schaut
ganz Deutschland zu, und die Chancen, dass dabei eine ganze Menge
Mannheim-Fans von außerhalb geworben werden können, stehen
nicht schlecht. Anmeldungen und Anfragen prasseln bereits auf die
Veranstalter ein. Dass die Memoriale im Juni ein Riesenerfolg wird, ist
daher heute schon so gut wie sicher. Mitradeln ist Ehrensache!
Radler machen zur Fußball-WM mobil
Massenbewegung für Karl Drais: Mannheim "ausgewählter Ort" im Land der Ideen
[06.02.2006 Mannheimer Morgen, von Thorsten Langenscheid]
Vor drei Jahren holten sie den wohl größten Sohn Mannheims,
den genialen Ingenieur und Erfinder Karl Drais (1785-1851), der vor 198
Jahren mit seiner Laufmaschine die weltweite Massen-Mobilisierung
einläutete und nebenbei den ältesten Trendsport des Planeten
erfand, aus der Mottenkiste der Lokalgeschichte und verschafften ihm
einen stadtweiten Achtungserfolg. In diesem Jahr gehen sie als Teil der
größten Veranstaltungsreihe aller Zeiten unter dem Titel
"Deutschland, Land der Ideen" sogar mit bundes- und weltweiter
Werbewirkung während der Fußball-Weltmeisterschaft an den
Start. Rudolf Höcker und Dr. Gerd Hüttmann, zwei
tatkräftige Neckarauer, laden zur zweiten Drais-Memoriale am 20.
Juni ein, einer Gedächtnisfahrt für den Erfinder, ohne den
kein Fahrrad und kein Motorrad, aber vor allem kein Automobil
möglich wäre.
Wie im Sommer 2003 will das Duo
Höcker/Hüttmann, beide im Neckarauer Verein Lokale Agenda 21
engagiert, alle Fahrrad-Begeisterten - besser noch: alle
Mannheim-Begeisterten - zum Mitmachen bei der Massenbewegung bringen:
Schon bei der Erstauflage schlossen sich Vereine, die Gewerbetreibenden
in Neckarau und auf der Rheinau, Schulen und viele Privatpersonen dem
Fahrradtross auf der historischen Strecke an. Vom Mannheimer Schloss
zum Stengelhof und wieder zurück ritt der Erfinder im Juni 1817,
und auf seinen Spuren sollen wieder Hunderte, vielleicht sogar ein paar
Tausend Räder rollen - allen voran Oberbürgermeister Gerhard
Widder, der als Schirmherr der großen Drais-Sause und
passionierter Radfahrer natürlich mit von der Partie sein will,
wenn die Stadt sich unter dem Motto "Mannheim macht mobil" im besten
Lichte präsentiert. Das Benz-Automobil und der Lanzbulldogg sind
übrigens auf dem Rückweg von der Rheinau in die Stadt mit von
der Partie. Höcker: "Wir nehmen alle Mannheimer Erfindungen mit!"
Und dass die Region an diesem Tag im Blickpunkt steht,
dafür dürfte die Fußball-Weltmeisterschaft garantieren.
Am Abend der Drais-Memoriale findet in Kaiserslautern das Gruppenspiel
Paraguay gegen Trinidad und Tobago statt, eine Mannheimer
Massenbewegung als Rahmenprogramm passt natürlich hervorragend zu
dem Sport-Großereignis auf dem Betzenberg.
Die Drais-Tour als Verbeugung der Mannheimer vor dem
Erfinder Drais, aber auch als verkehrs- und umweltpolitische
Demonstration gefiel der prominent besetzten Jury des Wettbewerbs "Land
der Ideen", die Teil der Standort-Initiative der Bundesregierung und
der deutschen Industrie ist, so gut, dass sie die Memoriale als
"ausgewählten Ort" neben einer bereits im März stattfindenden
Tagung des Instituts für Deutsche Sprache in die Reihe "365 Orte
im Land der Ideen" aufnahm. Schirmherr ist Bundespräsident Horst
Köhler, im Kuratorium des Wettbewerbs sitzt unter anderen der
stellvertretende BASF-Vorstandsvorsitzende Eggert Voscherau. Beworben
hatten sich fast 1300 Initiativen und Institutionen aus ganz
Deutschland, 365 sind auf den Internet-Seiten und in einem neuen
Deutschland-Reiseführer aufgelistet.
Die technikhistorische Würdigung des Karl Drais
liefert übrigens der als Fahrrad-Professor bekannte Dr.
Hans-Erhard Lessing in seiner 2003 erschienenen Biografie des
Freiherren, der als überzeugter Demokrat 1849 seinen Adelstitel
abgelegt hatte und deswegen von Politikern und Beamten der
preußischen Restauration später als psychisch krank
diffamiert und sogar enteignet wurde. Seiner Erfindung tat dies keinen
Abbruch - im Gegenteil: Das Fahrrad trat seinen Siegeszug rund um die
Welt an und ist seit gut 100 Jahren in seiner heutigen Form
(Luftreifen, Rohr-Rahmen, Gangschaltung) millionenfach verbreitet.
weitere informationen:
www.land-der-ideen.de; "Land der Ideen - Der Reiseführer", 392
Seiten, DuMont-Reiseverlag, Ostfildern, 9,95 Euro; "Automobilität
- Karl Drais und die unglaublichen Anfänge", 562 Seiten,
Maxime-Verlag, Leipzig, 32 Euro; Anmeldungen zur Drais-Memoriale am 20.
Juni unter Telefon 0621/82 42 75.