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Projekt: 365 Orte im Land der Ideen
Projekt: Biotopvernetzung Neckarau
Projekt: Ausflugsführer
Projekt: 365 Orte im Land der Ideen
Mannheim ist ausgewählter Ort 2006
im Rahmen der bundesdeutschen Standortinitiative von
Bundesregierung und deutsche Industrie zum Anlass der Fußball-WM 2006 in Deutschland
"Deutschland, 365 Orte im Land der Ideen".
Auf Anregung von Oberbürgermeister Gerhard Widder nahmen die LA 21 MA-Neckarau e. V.
und der ADFC Mannheim an der bundesweiten Ausschreibung 2005
hierfür teil. Mit den nachstehend geplanten Nachfahrten wurde die Stadt
Mannheim unter zahlreichen Bewerbern nach einem Auswahlverfahren einer von
365 Orten in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Titel "Ausgewählter Ort
2006".
Ort des Tages: Dienstag, 20.06.2006
An diesem Tag werden die berühmten Erstfahrten von Karl Drais und Bertha
Benz auf den historischen Strecken von 1817/1888 auf Mannheimer Gemarkung
nachgefahren.
Mit zahlreichen Nachbauten der "Fahrmaschine ohne Pferd" und dem
Patentmotorwagen von 1886 werden über 1.000 Schüler aus Mannheim,
Karlsruhe, Ladenburg Koblenz, Bürger und viele Prominente an diese
weltbewegenden Erfindungen aus Mannheim mit ihrer Teilnahme erinnern.
Schirmherr und Teilnehmer auf der Nachfahrt ist Oberbürgermeister Gerhard
Widder. Schirmherr auf Bundesebene ist Bundespräsident Horst Köhler.
Start-/Auslaufpunkt: Dienstag, 20.06.2006, Uhr ab Uhr 09.30–13.00, Schloß Mannheim, Ehrenhof
Strecke: Schloß Mannheim – Richtung
Süden, auf der B 36, auf der Rechskanzler Müller-Str., an
Almenhof und Neckarau vorbei über die Casterfeldbrücke nach
MA-Rheinau/Nord.
Zum neuen Draisdenkmal von 2003 am Karlsplatz und zurück.
Die Streckenlänge beträgt 2 x 8,2 km = 16,4 km bei 10 km/h.
- Im Hof der unmittelbar benachbarten Konrad-Duden-Schule wird
vor der Rückfahrt ein Zwischenstopp von ca. 1 Stunde eingelegt.
- Den Rückweg nach Mannheim wird diesmal ein Nachbau des historischen Patentmotorwagens anführen.
- Die Durchführung der Fahrt erfolgt bei jedem Wetter!
- Die Durchführung der Fahrt erfolgt unter Absicherung durch
Polizei, Sanitätsbegleitung und einem Werkstattwagen des
Fahrradhauses "Radsport Schmidt", Luisenstr., MA-Neckarau.
- Um Ausfälle zu minimieren, bitten wir die interessierten
Teilnehmer, die eigenen Räder vorab auf Funktions- und
Verkehrssicherheit zu überprüfen.
Karl Drais (1785-1851) Erfinder des Zweirades und Urvater des Individualverkehrs.
Karl Drais läutete mit seiner öffentlich bekannt gewordenen
Erstfahrt am 12.06.1817 in Mannheim den beginn der Automobilität
ein, da sich erstmals der Mensch auf Maschinen setzte statt auf Pferde.
Das physikalisch so einfache wie geniale Prinzip – zwei
Räder in einer Spur – gilt als
Urknall in der individuellen Mobilitätsgeschichte.
Drais wohnte zu jener Zeit direkt vor dem Mannheimer Schloß in M 1, 8.
Carl Benz (1844-1929) Erfinder des Automobils 1886.
Benz lies sich von Drais inspirieren und entwickelte seine Vision vom
pferdelosen Wagen. Er kaufte zahlreiche Bauteile aus einer Fahrradfabrik
und verband das Fahrgestell des Dreirades mit einem Motor von ebenso
sinnreicher Neukonstruktion zu einer neuen organischen Einheit (Patent
1886). In T 6, 33 befand sich seine damalige Werkstatt.
Bertha Benz bewies mit ihrer berühmten Fahrt von Mannheim in ihre
Geburtsstadt Pforzheim und zurück im Jahre 1888 die Fahrtauglichkeit dieser
zunächst belächelten Neukonstruktion.
Organisation:
Rudolf Höcker, stv. Vors. LA 21 MA-Neckarau e. V.
Fon: +49 (0) 621-82 42 75
Fax +49 (0) 621-8 28 05 35
E-Mail: rudolf-hoecker@versanet.de
Das Projekt wird unterstützt von:
Stadtmarketing Mannheim GmbH
Stadtmarketing Karlsruhe GmbH
MVV AG, Mannheim
Deutsche Bank AG, NL Mannheim
DaimlerChrysler AG, NL Mannheim
Kooperation:
Stadt Mannheim
Verkehrsverein Mannheim e. V.
Gewerbeverein Mannheim-Rheinau
"Mannheimer Morgen", Tageszeitung für Mannheim
Projekt: Biotopvernetzung Neckarau
Grundlageninfo:
Der AUT des Gemeinderates Mannheim hat in seiner Sitzung
vom 09.10.2001 das Projekt Biotopverbundsystem beschlossen (B-Vorlage
487/01).
Damit greift die Kommune ein erklärtes Ziel des Umweltprogrammes von Baden-Württemberg auf.
Sie setzt aber auch ansatzweise ihre eigenen Ziele um, wie sie im
Stadtentwicklungskonzept "Modell Räumliche Ordnung" (MRO) aus 1992
und dem Folgekonzept "Frauraumsicherungs- konzept" aus 1993
grundsätzlich fixiert wurden.
In öffentlichen Informationsveranstaltungen der Stadt Mannheim
wurde den Bürgern im Mannheimer Süden das Projekt
zunächst allgemein erläutert (u.a. Lindenhof, 2002). Das
Projekt war auch Gegenstand der öffentlichen BBR-Sitzung Neckarau
vom 23.10.2002.
In den Folgesitzungen des Grünflächen- und
Kleingartenausschusses vom 19.03.03 und des AUT vom 01.04.03 hat er die
Biotopverbundplanung weiter konkretisiert (B-Vorlage 119/2003).
Biotopkarte Mannheim Süd:
Ziele der Biotopvernetzung sind:
- Die Ausstattung der Kulturlandschaft mit naturnahen Landschaftselementen
- In einer von Menschen intensiv genutzten Landschaft
im verbliebenen Naturraum heimischen Tieren und Pflanzen eine
verbesserte Lebensgrundlage zu bieten.
- In den verbliebenen oftmals zu kleinen und isolierten
Rückzugsgebieten der latenten Gefahr des langsamen Aussterbens
durch genetische Verarmung mit der Biotopvernetzung einen Austausch von
Individuen aus anderen Beständen entgegen zu wirken, bzw. zu
sichern. Vorhandene Barrieren durch Bebauung sollen durchlässiger
gestaltet werden. Als Leitvorstellung liegt der Landschaftsentwicklung
ein System vernetzter Biotope zu Grunde, die allmählich von den
jeweils biotypischen Tier- und Pflanzenarten besiedelt werden
- Förderung des Landschaftsbildes und der qualitativen Naherholung für die Bürger
Neckarau
In einem Gutachten des Heidelberger Institutes für
Umweltstudien (Maßnahmekosten 1,4 Millionen Euro) schlagen die
Fachleute der Stadt eine detaillierte Vernetzung in ganz Mannheim von
Wald-, Feld- und Gehölzenbereichen vor.
Im Bereich des Stadtbezirkes Neckarau lauten die
Vorschläge auf Vernetzung von Süd nach Nord entlang des
Stephanienufers in den Waldpark hinein sowie von der Freifläche
hinter dem Friedhof nach Süden über das Casterfeld zu den
Freiflächen des Rheinauer Hafens.
Von West nach Ost lauten die Vernetzungspläne vom nördlichen
Stollenwörthweiher über den Fußweg "Sonnige Au" hinter
dem Heinrich-Lanz-Krankenhaus über den August-Bebel-Park zum
Stotzweiher in der Morchfelder Eisenbahnstr. über die Gleisanlagen
zu den Neuhermser Freiflächen.
Eine weitere, aber größere Vernetzungsmöglichkeit
besteht vom Waldpark über das Aufeld, weiter über die
Hausgärten des Neckarauer Kappes zum Morchfeldkreisel, von dort
zum Friedhof Neckarau mit der Fläche des Kleingartenvereins Mallau
über die dahinterliegenden Freifläche zum Pfingstberger Wald
und dort weiter nach Osten.
Der Friedhof zusammen mit dem KGV Mallau stellen mit ihren großen Grünflächen ein wichtiges Bindeglied dar!
Biotopvernetzungspläne für Neckarau sind in den Maßnahmenblättern der Beschlußvorlage Nr.119/2003 für den AUT vom 18.02.2003 bei den ersten Umsetzungen aber nicht vorgesehen.
Lt. dieser Vorlage plant die Stadtverwaltung die Entwicklung
biotopnetztypischer Maßnahmen im Florabereich
schwerpunktmäßig zunächst im Bereich Unteren Dossenwald
zwischen Rheinau und Friedrichsfeld, am Neckar und sonstigen offenen
Feldflur im südöst- lichen Bereich von Mannheim. Die
Gründe liegen in den geringen Finanzierungsmöglichkeiten
lediglich aus Zahlungen für gesetzlich vorgeschriebene
Ausgleichsmaßnahmen und der Notwendigkeit, Grundstücke
für den Biotopvernetzung erwerben zu müssen.
Daher hat die Lokale Agenda 21 MA-Neckarau e.V. die
bürgerschaftliche Initiative ergriffen, im Konsens mit dem
Eigenbetrieb Friedhöfe Mannheim, der Stadtverwaltung Mannheim, dem
Kleingartenverein Mallau, dem Tierschutzverein Mannheim, den
Firmenanliegern unmittelbar vor Ort, des Gesamtbezirkbeirates Neckarau
und der Bürgerschaft allgemein den Friedhof
biotopnetzmäßig zu entwickeln.
Ziele der LA 21
Die Biotopvernetzung unterstützt den Umweltschutz
im Stadtbezirk Neckarau. Damit wird ein Grundziel des Vereins
angestrebt im Sinne der Nachhaltigkeit für die kommenden
Generationen im hiesigen Stadtbezirk. Die Umweltqualität =
Wohnumfeldqualität seiner Bewohner würde gehalten bzw.
gestärkt.
Erreicht wird es durch das persönliche und finanzielle Engagement
vor Ort, da nur mit den Bürgern die dringend notwendigen
Nachhaltigkeitsziele erreichbar sind. Die allgemeine
Bürgerbeteiligung ist also eine der wichtigsten Vorraussetzungen
hierfür. Die Kommune Mannheim allein ist auf Grund der allseits
bekannten Etatprobleme überfordert.
Diese Feststellung und Ziele basieren grundsätzlich auf der Charta
von Aalborg, Dänemark 1994, und dem Konsens von 178 Staaten beim
UN-Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992, die Grundlage sind für
die Satzung der Neckarauer LA 21. Das Grundsatzmotto lautet:
Denke global, handle lokal.
Die Stadt Mannheim hat sich im übrigen ebenfalls dieser
Zielsetzung angeschlossen mit ihrem Beitritt zur europäischen
Charta im Februar 1998.
Aktuelle Aktionsbereiche:
Friedhof Neckarau
Der Friedhof mit seinen 76.400 qm ist einer von etwa
14.000 in der Bundesrepublik. In ihm spiegeln sich wider die
allgemeinen aber auch lokalen Entwicklungen im Bereich Geschichte,
Architektur, Gesellschaft, Kunst und Kultur bei den Bestattungen, der
Bestattungsart, dem Grabschmuck, der neuen Trauerhalle, den Gedenktagen
für Verstorbene und Krieg. Neben seiner Seuchenprophylaxe hat er
auch einen hohen unverzichtbaren sozialen Stellenwert.
Seit Jahren aber öffentliche Resonanz erhält
der Friedhof durch die Fragen nach der Zukunft der alten Trauerhalle
aus 1900, welche 1980 außer Funktion gestellt wurde. Aktuell
stehen Spendenbitten zur Renovierung im Vordergrund.
Bisher nicht Gegenstand des öffentlichen Interesses
vor Ort war der Stellenwert des Friedhofes für den allgemeinen und
speziellen Umweltschutz.
Unter Fachleuten ist unstrittig, daß Friedhöfe als solches
für die Vogelwelt einen hohen Stellenwert aufweisen. Vor allem
Kleinvögel finden auf ihnen ruhige Brutplätze infolge
deckungsreicher Vegetation und vor allem ein meist ganzjähriges
Futterangebot. Auch für das hiesige Kleinklima ist er von
Bedeutung. Der Friedhof gehört mit zu den Rückzugs
gebieten für Flora und Fauna im urban dichter gewordenen Neckarau.
Dieses bisher fehlende öffentliche Interesse hat
sich mit der Veröffentlichung des o.g. Gutachtens zur
Biotopvernetzung geändert.
Es stellt sich die Frage seiner Umweltbedeutung nach dem Verlust der
großen Freifläche Niederfeld nach seiner Bebauung in den
90er Jahren des letzten Jahrhunderts und dem urban hoch verdichteten
Rhein-Neckar-Raum. Dieser lokale Vorgang ist auch Teil einer mehrfach
bedenklichen Entwicklung:
- In Baden-Württemberg werden täglich
Freiflächen in der Größenordnung von 11
Fußballfeldern versiegelt lt. Statischem Landesamt in Stuttgart.
- Im benachbarten Rheinland-Pfalz werden täglich 54.000 qm zugebaut lt. Statistischem Landesamt in Bad Ems.
- Bundesweit wird täglich die Freifläche von
derzeit 105 Hektar verbraucht. In den den 90er Jahren waren es noch 130
Hektar täglich lt. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung,
12/2003.
- Die Vogelschutzverbände und das
Worldwatch-Institut konstatieren einen dramatischen Artenrückgang.
Noch nie zuvor mußten Vögel weltweit so viele Federn lassen
wie jetzt. Seit dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren
habe es keinen derart dramatischen Artenrückgang gegeben,
berichtet das Washingtoner Institut. Noch in diesem Jahrhundert werden
weltweit 12 Prozent der Vögel - fast 1.200 Arten - aussterben. 99
Prozent der am schlimmsten bedrohten Tierarten leiden unter Faktoren,
die vom Menschen beeinflußt sind.
In Deutschland sei sowohl die Zahl der stark gefährdeten Arten als
auch die der Vögel auf der sogenannten Vorwarnliste gestiegen lt.
Naturschutzbund (Nabu), Deutscher Rat für Vogelschutz (DRV) und
Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA). Mehr als die Hälfte
aller Vogelarten wird inzwischen als gefährdet eingestuft (110
Arten) oder weist Besorgnis erregende Bestandsverluste (31 Arten) auf.
Hauptursache seien die Technisierung der Landwirtschaft,
Überdüngung und Ausräumung der Landschaft (03/2003).
Diese Aussagen korrespondieren mit den Angaben der
Naturschutzorganisation Word Wide Fund For Nature (WWF) vom Dezember
2003, denen zur Folge die Artenvielfalt immer schneller schrumpfe.
Demnach stehen derzeit etwa 12.250 Tier- und Pflanzenarten auf der
Roten Liste (12/2003).
Kleingartenverein Mallau e.V
Diese Gartenanlage liegt unmittelbar benachbart zum
Friedhof Neckarau. Unter der Regie des 1. Vorsitzenden Peter Meier
sammelt dieser Verein seit Jahren Preise und Medaillen für seine
Anlage.
In diesem Zusammenhang gilt es ausdrücklich zu würdigen,
daß der Kleingartenverein Mallau mit seinen 202 Gärten und
70.000 qm Grundfläche, bereits seit seiner Gründung um 1980
ein umweltfreundliches Gärtnern betreibt und in seiner Anlage
umweltfreundliche und mittlerweile erfolgreiche Maßnahmen wie das
Aufhängen von zusätzlichen Nistkästen durchführt.
Er handelt damit ganz nebenbei im Kontext zur Biotopnetzplanung.
Dieser Verein arbeitet aktiv mit und ist dem Agenda 21-Gedanken sehr aufgeschlossen.
Tierfriedhof Neckarau
An der Donaustr., unmittelbar benachbart zum Friedhof Neckarau entstand mit
6.373 qm der erste Tierfriedhof Mannheims. Rund 1.200 Tiere sollen dort
ihre letzte Ruhestätte finden. Die Einweihung fand am 1.August 2004
statt. Träger dieser Anlage ist der Tierschutzverein Mannheim.
Der Tierschutzverein hat sich spontan der Biotopvernetzungüberlegung
angeschlossen. So wurde entgegen der ursprünglichen Planung
zusätzlich ein 6 m breiter Heckenstreifen gepflanzt , der die
Tierfriedhofsfläche unmittelbar ergänzt. Möglich wurde dies
durch das unbürokratische Verhalten der Stadt Mannheim, welche dem
Tierfriedhof diese Fläche binnen kürzester Zeit abtrat und die
Pflanzkosten der Bäume übernahm (s.a. NAN-Presseartikel v. 18.6.2004)
Kontakt: Rudolf Höcker Telefon (0621)824275 E-Mail rudolf-hoecker@versanet.de
-> zum Pressespiegel: Friedhof soll durch Biotopvernetzung parkähnlicher werden (Neckarau-Almenhof-Nachrichten)
-> zum Pressespiegel: Friedhof bald Biotop mit Skulpturenpark? (Neckarau-Almenhof-Nachrichten)
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